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80 Jahre Fraunhofer WKI – 80 Jahre Nachhaltigkeit

Rund 150 Gäste feierten am 17. Juni 2026 das 80-jährige Jubiläum des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI.

Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Professor Holger Hanselka, hob in seinem Redebeitrag den kontinuierlichen und weitreichenden Anteil des Fraunhofer WKI zur Verwirklichung einer biobasierten Kreislaufwirtschaft hervor. Mit einem gemeinsamen Spatenstich auf dem Campusgelände gaben die geladenen Ehrengäste – darunter Staatssekretär Professor Joachim Schachtner und Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum – zudem den offiziellen Startschuss für den Bau des neuen Technikums.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Gäste aus Politik, Forschung und Wirtschaft durch Rückblicke auf die 80-jährige Geschichte des Fraunhofer WKI, aktuelle Forschungshighlights sowie Zukunftsvisionen auf den festlichen Anlass eingestimmt.

„Seit 80 Jahren steht das Fraunhofer WKI für Forschung mit Weitblick und verbindet dabei wissenschaftliche Exzellenz mit konkreter Wirkung für die Praxis. Mit seinen Forschungsbereichen von der Rohstoffaufbereitung über die Material- und Produktentwicklung bis hin zum Recycling leistet das Institut nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft, sondern stärkt zugleich die Innovationskraft des Standorts Deutschland, des Landes Niedersachsen und der Region Braunschweig“, gratuliert Professor Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. „Durch die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Wirtschaft und Politik überführt das Fraunhofer WKI seit Jahrzehnten Forschungsergebnisse schnell in marktfähige Anwendungen und setzt so wichtige Impulse für nachhaltige Innovationen.“

„Das Fraunhofer WKI steht seit Jahrzehnten für Forschung mit Wirkung – aus Niedersachsen heraus und international sichtbar. Diese Stärke verdankt es dem Engagement seiner Mitarbeitenden und den Impulsen seines Gründers Dr. Wilhelm Klauditz. Mit dem neuen Technikum investieren wir gezielt in die Zukunft des Instituts. Damit schafft das WKI beste Voraussetzungen, auch weiterhin international Maßstäbe bei biobasierten Werkstoffen und Technologien zu setzen“, sagte Professor Joachim Schachtner, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Professor Raoul Klingner begrüßte die Gäste (Foto: © Dennis Brandt)

Die Relevanz des Fraunhofer WKI für den Forschungsstandort Braunschweig betonte der Oberbürgermeister von Braunschweig, Dr. Thorsten Kornblum: „Der Forschung am Rohstoff Holz kommt in Braunschweig eine herausragende Bedeutung zu. Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen sowie innovative Ansätze für Klima- und Umweltschutz sind zentrale Zukunftsaufgaben. Unsere Stadt kann stolz darauf sein, über so viele wissenschaftliche Einrichtungen und Institute zu verfügen, die an kreativen Lösungen arbeiten und diese anschaulich vermitteln. Dabei kommt dem Fraunhofer WKI mit seiner klaren Alleinstellung auf diesem Forschungsgebiet eine besondere Bedeutung zu.“

Professorin Dr. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig, hob die Bedeutung der wissenschaftlichen Kooperation hervor: „Das Fraunhofer WKI ist nicht nur ein ausgewiesener Ort materialwissenschaftlicher Exzellenz, sondern auch ein zentraler Partner unserer Vision der TU Braunschweig als vernetzte Ecoversity. Durch das strategisch abgestimmte Zusammenspiel der TU Braunschweig mit den Fraunhofer-Instituten am Standort schaffen wir eine enge Verzahnung von Grundlagenforschung und Anwendung – und erhöhen so Tempo und Erfolg im gemeinsamen Innovationsprozess.“

Der Institutsleiter des Fraunhofer WKI, Professor Dr. Raoul Klingner, blickt auf Grundlage des reichen Erfahrungsschatzes optimistisch in die Zukunft: „Ausgehend von unserer Kernkompetenz und starken Position im Bereich nachwachsender Rohstoffe wollen wir mit unserer konsequent auf Kollaboration ausgerichteten Strategie unser Leistungsangebot für unsere Kunden gezielt erweitern. Besondere Entwicklungsmöglichkeiten sehen wir für unsere Branche in den Bereichen KI und automatisierte Produktion, biobasierte Werkstoffe sowie Recycling und Innenraumluftqualität. Den Holzbau begreifen wir dabei als Innovationstreiber in allen Kompetenzbereichen des Fraunhofer WKI.“

Podiumsdiskussion und Ausstellung zu aktuellen Forschungsthemen

Nach dem Impulsvortrag „Holz aus heimischen Wäldern – die Bedeutung des Waldumbaus“ von Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten und stellvertretender Vorsitzender des Internationalen Vereins für Technische Holzfragen e.V., folgte eine Podiumsdiskussion. In dieser richtete sich der Blick auf die Zukunft. Holz und Lignozellulosen bilden eine zentrale Säule der zirkulären Bioökonomie. Die Hoffnungen und Erwartungen an den nachwach­senden Rohstoff mit seinen einzigartigen Eigenschaften sind dabei groß. Der Holzbau soll die Bauwirtschaft transfor­mieren und zur globalen Kohlenstoffsenke werden.

Umrahmt wurde die Feier von einer kleinen Ausstellung zu aktuellen Forschungsthemen, die zu Gesprächen über Fragen und Lösungsansätze für die Zukunft anregten. Wie können die zu erwartenden „bunten“ Holzsortimente klimaangepasster Wälder zu innovativen Produkten verarbeitet werden? Wie verändert die Digitalisierung unser Prozess- und Rohstoffverständnis? Wird es einen digitalen Zwilling von Holz oder Bäumen geben und wenn ja, warum?

Spatenstich für das neue Technikum

Mit einem feierlichen Spatenstich begannen an diesem Tag zudem die Bauarbeiten für das neue Technikum auf dem Campus am Riedenkamp. Geplant ist der Neubau einer rund 1.800 Quadratmeter großen Technikumshalle inklusive der zugehörigen Infrastruktur für die Holzwerkstoff- und Naturfasertechnologien des Fraunhofer WKI. Sie wird der industrienahen Forschung und Entwicklung nachhaltiger Materialien und Technologien dienen.

Die neue Versuchshalle ermöglicht nicht nur den Ersatz des in die Jahre gekommenen Technikums aus den 1960er Jahren. Die Forschungsprozesse können nun mit Partnern aus der Holzbe- und -verarbeitung im industriellen Maßstab abgebildet und gezielt um neueste Komponenten der Fertigungsautomatisierung erweitert werden. Im dreigeschossigen Kopfbau entstehen Werkstätten sowie Büro- und Seminarräume.

Den feierlichen Spatenstich begingen von links nach rechts: Professorin Ittel, Professor Hanselka, Professor Schachtner, Dr. Kornblum sowie Professor Klingner (Foto: © Dennis Brandt)

Mit diesem Neubau stellt sich das Fraunhofer WKI technologisch zukunftsorientiert auf. Das Projekt, das jeweils zur Hälfte vom Bund (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt) und vom Land Niedersachsen (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur) finanziert wird, ist ein zentraler Baustein für die Weiterentwicklung des Institutsstandorts und trägt maßgeblich dazu bei, die Forschung im Bereich nachhaltiger und biobasierter Werkstoffe weiter auszubauen. Die Fertigstellung des Gebäudes, das von der Fraunhofer-Gesellschaft beauftragt und von huber staudt architekten bda geplant wird, ist für den Herbst 2029 vorgesehen.

„Wir bauen die Zukunft aus nachwachsenden Rohstoffen. Seit 1946“

Nachhaltigkeit ist seit der Gründung des Fraunhofer WKI im Jahre 1946 das zentrale Thema. Der Gründer und Namensgeber Dr. Wilhelm Klauditz gilt als Pionier der modernen Holzwerkstoffindustrie. Heute nutzt das Fraunhofer WKI die ganze Bandbreite nachwachsender Rohstoffe, um daraus nachhaltige Werkstoffe, Bauteile und Chemieerzeugnisse zu entwickeln.

Das Institut mit Standorten in Braunschweig, Hannover und Wolfsburg ist spezialisiert auf Verfahrenstechnik, Formgebung und Komponentenfertigung mit Biowerkstoffen, biobasierte Bindemittel und Beschichtungen, Funktionalisierung, Brandschutz, Werkstoff- und Produktprüfungen, Recyclingverfahren sowie den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in Gebäuden und Fahrzeugen. Darüber hinaus gehört das Fraunhofer WKI zu den führenden Forschungseinrichtungen im Bereich Innenraumluftqualität.

Nahezu alle Verfahren und Produkte, die aus der Forschungstätigkeit des Instituts hervorgehen, werden industriell genutzt. Mit seiner Forschung und Entwicklung leistet das Fraunhofer WKI einen wichtigen Beitrag für den Aufbau einer biobasierten Kreislaufwirtschaft (Zirkuläre Bioökonomie).

Quelle: Fraunhofer WKI

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