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Recycling von Industrie-Verpackungen: RIGK und GCR starten Pilotprojekt

Die Unternehmen RIGK GmbH und GCR Sustainable Plastic Solutions kooperieren im Bereich des Recyclings von Industrieverpackungen aus Kunststoff. Ziel des europaweit angelegten Pilotprojekts ist der Nachweis, dass komplexe Verpackungsströme wieder in den Produktionskreislauf für technische Anwendungen zurückgeführt werden können – bei hoher Qualität, maximaler Rückverfolgbarkeit und Sicherheit sowie im Einklang mit den Zielen der kommenden europäischen Verpackungsverordnung.

Unter Nutzung robuster technischer und analytischer Prozesse soll das Projekt der europäischen Industrie Sicherheit, Vertrauen und Zuverlässigkeit vermitteln. Den Input bilden Verpackungen aus dem deutschen PAMIRA-System, das von RIGK für die Rücknahme- und Recyclinglösungen gebrauchter Pflanzenschutz- und Flüssigdüngerverpackungen betrieben wird, sowie aus dem System der GVÖ (Gebinde-Verwertungsgesellschaft der Mineralölwirtschaft mbH), einem eigenständigen, branchenspezifischen Systembetreiber für Schmierstoffverpackungen.

RIGK ist ein führender Anbieter kollektiver Rücknahmesysteme im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in Deutschland und arbeitet nach den Vorgaben des Verpackungsgesetzes. Das Unternehmen kooperiert unter anderem mit großen Chemieunternehmen wie BASF, DOW, Lanxess, LyondellBasell oder Evonik. Gemeinsam mit der Industrie betreibt RIGK Rücknahme- und Recyclinglösungen für Industrie-, Gewerbe- und Agrarverpackungen, darunter „Pamira“. Diese zeichnen sich, ebenso wie das System der GVÖ, durch hohe Rücknahmeraten, standardisierte Vorreinigungsprozesse und umfassende Rückverfolgbarkeit aus.

Im Rahmen des aktuellen Recyclingpilotprojekts stellen RIGK (über „Pamira“) und GVÖ einen kontrollierten Sammel- und Vorbereitungsrahmen bereit, der eine hohe Rückverfolgbarkeit an der Quelle sowie eine gleichbleibend hohe Inputqualität sicherstellt. Vor dem Hintergrund der steigenden Anforderungen der PPWR und der wachsenden Verantwortung der Verpackungshersteller und um höchste Qualität, Konsistenz und Sicherheit zu erreichen, wurden im Rahmen des Projekts hochkomplexe und kostenintensive Prozesse umgesetzt. Diese sind entscheidend, damit komplexe Post-Consumer-Industrieverpackungen die strengen technischen und regulatorischen Anforderungen für neue Kreislaufanwendungen erfüllen.

Die entsprechenden Tests wurden Ende Februar 2026 bei GCR Sustainable Plastic Solutions in einer der modernsten mechanischen Recyclinganlagen Europas durchgeführt. Diese ist Teil eines strategischen Investitionsprogramms in Höhe von 100 Millionen Euro, mit dem die Anforderungen der kommenden EU-Verpackungsverordnung (PPWR) frühzeitig berücksichtigt und die langfristige Ausrichtung auf industrielles Recycling auf hohem Qualitätsniveau unterstrichen werden sollen. Im Rahmen des Projekts kamen modernste Technologien zum Einsatz, darunter Heißwäsche, fortschrittliche Sortiersysteme und Extrusionstechniken, ergänzt durch Verstärkungszusätze und hocheffiziente Systeme zur Geruchsreduktion. Damit sollte sich das recycelte Material sicher wieder in den Produktionskreislauf einführen lassen und echte Kreislauffähigkeit ermöglicht werden – ohne unerwünschte Wechselwirkungen mit Reststoffen aus den ursprünglichen Verpackungsströmen.

Das Projekt wurde von der Innovation Division von GCR unterstützt, einem spezialisierten Team mit 58 Experten und umfassender Laborinfrastruktur. Innerhalb von zwei Tagen wurden dort intensive Wasch-, Trenn- und Analyseschritte durchgeführt, um die Qualität des recycelten Materials zu validieren. Mithilfe hochmoderner Gas- und Flüssigphasen-Chromatographen wurden die Rezyklat-Pellets präzise auf ihre Materialreinheit, flüchtige Stoffe und mögliche Kontaminationen hin geprüft, um das Vertrauen von Verarbeitern und Markeninhabern in verlässliche Kreislaufrohstoffe zu stärken. Neben einer detaillierten Material- und Kontaminantenanalyse inklusive mechanischer und rheologischer Prüfungen kann die Einheit auch Produktionsprozesse von Kunden im Pilotmaßstab simulieren. So lässt sich über die Validierung der Materialreinheit und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben hinaus auch die industrielle Leistungsfähigkeit unter realen Einsatzbedingungen prüfen.

Nach erfolgreicher Validierung des Prozesses und der Materialqualität haben führende europäische Verpackungshersteller signalisiert, dass sie die Anforderungen der PPWR proaktiv antizipieren und die recycelten Materialien nach vollständiger technischer und qualitativer Prüfung schrittweise in ihre Produktion integrieren werden. Dazu Santiago Sans, Industrial and Innovation Director bei GCR: „Dieses Projekt ist ein entscheidender Schritt, um zu zeigen, dass komplexe Industrieabfälle, wenn sie bereits an der Quelle richtig behandelt werden, zu hochwertigem Recyclingmaterial auf hohem Qualitätsniveau mit vollständiger analytischer Kontrolle und Rückverfolgbarkeit werden können.

Markus Dambeck, Vorsitzender der Geschäftsführung der RIGK GmbH, hat die Versuche persönlich begleitet, um die technische Relevanz des Projekts für den Bereich Industrieverpackungen in Deutschland zu unterstreichen. Er ergänzt: „Für RIGK ist es essenziell, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die höchste Qualitäts- und Prüfstandards erfüllen. Die Versuche bringen uns entscheidend voran auf dem Weg zu robusten und transparenten Kreislauflösungen für die Industrie.“

Mit dieser Initiative festigten die Partner ihre Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Standards für das industrielle Recycling in Europa zu erhöhen. Dabei wird deutlich: Rückverfolgbarkeit an der Quelle, strenge Prozesskontrolle und präzise analytische Validierung sind die Grundlage für eine starke, glaubwürdige Kreislaufwirtschaft. Das Projekt startete mit dem klaren Ziel, Kontaminationen und flüchtige Substanzen zu eliminieren, was bisherige Recyclingverfahren nicht leisten konnten. Erste Testergebnisse zeigen, dass flüchtige Stoffe erfolgreich entfernt und Kreuzkontaminationen verhindert wurden. In den kommenden Monaten sind in Zusammenarbeit mit führenden Akteuren der Branche weitere umfassende Versuche geplant, um die Ergebnisse weiter zu validieren.

Quelle: RIGK GmbH und GCR Sustainable Plastic Solutions

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