Jährlich bis zu 125 Milliarden Euro Wertschöpfung durch Circular Economy allein in der Industrie: Dieses Wachstumspotenzial prognostiziert eine aktuelle Studie für zirkuläres Wirtschaften in Deutschland. Nordrhein-Westfalen will sich dabei als führender Standort in Europa etablieren.
Um diesen Wandel aktiv voranzutreiben, bündeln die Akteure der nordrhein-westfälischen Kreislaufwirtschaft ab sofort ihre Kräfte in der „Allianz für Circular Economy“, kurz „Circular.NRW“. Zum Auftakt unterzeichneten Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, Umweltminister Oliver Krischer und Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz, mit den Gründungsmitgliedern der Allianz eine Grundsatzerklärung.
Das Land hat sich mit seiner am 1. September 2026 veröffentlichten Kreislaufwirtschaftsstrategie klare Ziele gesetzt: Wirtschaften in NRW soll künftig stärker in Kreisläufen funktionieren, Ressourcen sollen länger genutzt und Materialien wiederverwendet werden. Damit diese Ziele Wirklichkeit werden, ist die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft entscheidend.
Die neue von Umwelt- und Wirtschaftsministerium initiierte und bei NRW.Energy4Climate angesiedelte Dachmarke „Circular.NRW“ bietet dafür nun den entsprechenden Rahmen und ermöglicht den Akteuren der nordrhein-westfälischen Kreislaufwirtschaft, Synergien zu schöpfen und die Sichtbarkeit für ihre Aktivitäten zu erhöhen. Auf der Fachtagung „Wirtschaftsfaktor Circular Economy: Strategien zur Umsetzung in Nordrhein-Westfalen“ in Duisburg schlossen sich zentrale Akteurinnen und Akteure der Circular Economy erstmals unter dem Dach von Circular.NRW zusammen. Mit der Unterzeichnung der Allianz-Erklärung wurde aus vielen engagierten Akteuren eine sichtbare gemeinsame Bewegung.
Mona Neubaur, NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin: „Circular Economy ist für Nordrhein-Westfalen weit mehr als eine ökologische Notwendigkeit: Sie ist eine wirtschaftspolitische Chance für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Rohstoffsicherheit. Kreislaufwirtschaft ist kein abstraktes Konzept. Sie sichert schon heute mehr als 240.000 Arbeitsplätze allein in Nordrhein-Westfalen – und macht uns unabhängiger von Rohstoffimporten. Mit Circular.NRW sorgen wir dafür, dass aus guten Ideen konkrete Kooperationen, neue Geschäftsmodelle und industrielle Lösungen werden.”
Oliver Krischer, NRW-Umwelt- und Verkehrsminister: „Nordrhein-Westfalen soll zur Drehscheibe für die Circular Economy in Europa werden. Das ist das Ziel der ersten Kreislaufwirtschaftsstrategie für Nordrhein-Westfalen. Mit der neuen Allianz arbeiten die Akteure im Land jetzt noch enger zusammen und können gemeinsam ihre Stärke sichtbar machen. Dabei bauen wir auf bewährte Formate wie den Runden Tisch Zirkuläre Wertschöpfung. Denn eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht starke Netzwerke, enge Zusammenarbeit und neue Wertschöpfungsketten.“
Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz, NRW.Energy4Climate: „Circular Economy ist das zentrale Fundament für ein erfolgreiches Wirtschaften in Nordrhein-Westfalen. Dafür müssen wir den gesamten Produktionszyklus anpassen: vom Design des Produkts, über die Produktion und Nutzung bis zur Rücknahme, Reparatur, Wiederverwendung und das Recycling. Circular.NRW bringt hierfür starke Akteure, ihre Kompetenzen und Angebote zusammen und treibt so den Aufbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft voran. Denn der Kreislauf lässt sich nur gemeinsam schließen.“
Gemeinsam stark
„Circular.NRW“ will den Aufbau einer Circular Economy in NRW durch konkretes gemeinsames Handeln vorantreiben. Dafür verbindet die Allianz Perspektiven und Know-how, schafft Raum für Austausch und Projektideen und identifiziert gemeinsame Lösungsmöglichkeiten für bestehende Herausforderungen. Circular.NRW schafft ein gemeinsames Dach für die Circular Economy in Nordrhein-Westfalen, das die vielfältigen Kompetenzen und Angebote des Landes bündelt, neuen Akteuren Orientierung bietet und zugleich auch auf Bundes- und EU-Ebene mit einer starken Position für die Kreislaufwirtschaft auftritt.
Die bei NRW.Energy4Climate angesiedelte Leitstelle Circular Economy (CE.NRW) ist Teil der Allianz und unterstützt bei der Zusammenarbeit der Akteure. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Bergische Abfallwirtschaftsverband, die Circular Valley Stiftung, die Effizienz-Agentur NRW, der Verein Prosperkolleg, das Wuppertal Institut sowie das Zentrum für Innovation und Technik in NRW (ZENIT). Die Allianz ist offen für weitere Partner – Unternehmen, Kommunen, Verbände, Forschungseinrichtungen und gesellschaftliche Akteure, die sich für den zirkulären Wandel einsetzen oder einsetzen möchten. Interessierte können sich beim Team der Leitstelle Circular Economy melden unter: circulareconomy@energy4climate.nrw
Zum Hintergrund
Eine starke Kreislaufwirtschaft ist entscheidend für ein wettbewerbsfähiges und widerstandsfähiges Nordrhein-Westfalen. Zirkuläre Geschäftsmodelle stärken die Wettbewerbsfähigkeit, verringern die Importabhängigkeiten bei kritischen Rohstoffen, schaffen zukunftssichere Jobs und ermöglichen neue Wertschöpfung.
Die im Mai 2026 erschienene Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie prognostiziert allein für die deutsche Industrie ein realistisches Wachstumspotenzial der jährlichen zirkulären Wertschöpfung von derzeit rund 60 Millionen Euro auf bis zu 125 Milliarden Euro. Untersucht wurden die Sektoren Mobilität, Maschinenbau, Bauwesen, Energie und Textil, die für zirka 60 Prozent der industriellen Wertschöpfung in Deutschland stehen.
Quelle: NRW.Energy4Climate | Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz




