Ein Handshake auf der Weltleitmesse IFAT in München markiert den Startschuss für eine technologische Sicherheitsoffensive im High-End-Recycling. Die TriPlast GmbH – ein Joint Venture von ARA (Altstoff Recycling Austria AG), Bernegger GmbH und Der Grüne Punkt GmbH – rüstet ihre hochmoderne Leichtverpackungs-Sortieranlage (LVP) im oberösterreichischen Enns mit KI-gestützter Röntgentechnologie aus.
Ab September 2026 wird das System X.Sort von WeSort.AI dort im Dauereinsatz tonnenschwere Stoffströme absichern. Die Anlage, die vom Generalunternehmer Sutco errichtet wurde, setzt damit neue Maßstäbe in der Anlagensicherheit.
Brandrisiko bei TriPlast minimieren
Der Schritt reagiert auf das derzeit größte Schreckensszenario der Recyclingbranche: Brände durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus.
Um die Investition von insgesamt 65 Mio. Euro und vor allem die Mitarbeiter vor Ort noch besser zu schützen, baut TriPlast seine umfassenden Sicherheitsvorkehrungen weiter aus und setzt eine zusätzliche Maßnahme am Anfang des Sortierprozesses um.
Der technologische Clou: Abfangen vor der Siebung
Die technische Besonderheit der neuen Installation liegt in ihrer frühen Platzierung. Der X.Sort wird direkt hinter dem Inputmodul positioniert.
„Wir fangen das Risiko ab, bevor es weiter hinten gefährlich wird“, erklärt Daniel Hayn, Head of Marketing & Sales bei WeSort.AI. „Direkt nach dem Öffnen der Gebinde durchleuchtet unser System den Stoffstrom mittels Röntgen-Transmission (XRT) und KI. Einzelakkus oder im Müll versteckter E-Waste werden sofort per Druckluft ausgeworfen, noch bevor sie die eigentliche Sortieranlage erreichen.“
Erfahrungswerte zeigen, dass so im Schnitt rund 12,5 Kilogramm gefährliche Störstoffe pro Stunde sicher aus dem Verkehr gezogen werden. Für Enns integriert WeSort.AI zudem ein neues KI-Modell, das auch massereiche Störstoffe erkennt, um mechanische Schäden an den Aggregaten zu verhindern.
Verantwortung und Versorgungssicherheit
In Enns werden jährlich rund 100.000 Tonnen Leichtverpackungen aus Deutschland und Österreich in 24 hochreine Fraktionen getrennt. Ein Anlagenstillstand hat sofort spürbare Auswirkungen auf die nachgelagerten Recycler.
Jürgen Secklehner, Geschäftsführer von TriPlast, betont: „Als Betreiber einer der modernsten Anlagen Europas tragen wir eine enorme Verantwortung für unsere Mitarbeiter und die Versorgungssicherheit der Wirtschaft mit Sekundärrohstoffen. Die Technologie von WeSort.AI hat uns im Live-Betrieb absolut überzeugt. Der X.Sort trägt dazu bei, steigenden Batterierisiken wirksam zu begegnen und die Sortierqualität auf hohem Niveau zu halten.“
Die Montage und die finale Einbindung des Systems in den laufenden Betrieb sind für September 2026 terminiert.
Quelle: WeSort.AI GmbH





