Studie des Europäischen Patentamts und der Europäischen Energieagentur: Patente im Zusammenhang mit Erfindungen für die Wiederverwendung und das Recycling von Batterien stiegen zwischen 2017 und 2023 mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 42 Prozent.
Asien dominiert bei der Batterie-Kreislaufwirtschaft mit 63 Prozent der internationalen Patentfamilien (IPFs) im Jahr 2023. Europa legt den Schwerpunkt auf Innovationen bei der Rückgewinnung von Rohstoffen aus Altbatterien und unterstreicht seine Rolle als Batterieverbraucher. Deutschland führt mit BASF, Duesenfeld und Robert Bosch die Top 10 der europäischen Patent-Antragssteller im Segment der Batterie-Kreislaufwirtschaft an.
Weltweit war 2025 mehr als jedes vierte verkaufte Auto ein Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen- oder anderen modernen Batterien. Deutschland kam 2025 auf etwas mehr als 19 Prozent bei den Neuzulassungen – ein Plus von über 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Global könnten 2030 rund 1,2 Millionen und im Jahr 2040 bereits 14 Millionen Batterien für
Elektrofahrzeuge das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen.
Die heutigen Lieferketten für Batteriemineralien und -komponenten sind stark konzentriert. Unternehmen, Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen reagieren darauf, indem sie Innovationen vorantreiben, um kritische Rohstoffe zu recyceln, die Abhängigkeit vom Primärbergbau zu verringern und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren.
Europa hat starke Ausgangsbedingungen
Laut einer neuen Studie, die heute (29. April 2026) vom Europäischen Patentamt (EPA) und der Internationalen Energieagentur (IEA) veröffentlicht wurde, verzeichneten die internationalen Patentfamilien (IPFs) im Zusammenhang mit der Batterie-Kreislaufwirtschaft von 2017 bis 2023 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 42 Prozent.
Diese Zahl steht im Vergleich zu 16 Prozent für die Herstellung von wiederaufladbaren Batterien insgesamt und zwei Prozent für alle Technologiefelder im gleichen Zeitraum. Der gemeinsame Bericht von EPA und IEA basiert auf Ressourcen wie die Patentdatenbanken des EPA und Analysen der IEA-Experten, um die wichtigsten Standorte für Patentanmeldungen, die führenden Patentanmelder und die wichtigsten Technologiekategorien zu ermitteln.
„Innovative Technologien für eine Batterie-Kreislaufwirtschaft sind der Schlüssel zu mehr
Ressourcensicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Umweltfreundlichkeit“, sagt EPA-Präsident
António Campinos. „Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Batteriekreislaufs für globale Ressourcensysteme spielen Regionen, die über leistungsfähige industrielle Ökosysteme, positive politische Rahmenbedingungen und Zugang zu Recycling-Rohstoffen verfügen, eine führende Rolle in diesem Sektor. Europa bringt viele dieser Voraussetzungen mit und verfügt über ein vielfältiges Innovationsökosystem sowie politische Initiativen, die eine solide Grundlage für die Entwicklung von zirkulären Wertschöpfungsketten rund um Batterien bilden.“
„Im Zeitalter der Elektrizität sind Batterien zu einem Eckpfeiler der Energieversorgungssicherheit und der industriellen Wettbewerbsfähigkeit geworden. Ihr voller Wert wird sich jedoch nur dann entfalten, wenn die Länder starke Kreislaufsysteme um sie herum aufbauen“, sagt IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol. „Die Beschleunigung von Innovationen im Bereich des Recyclings und der Wiederverwendung kann den Druck auf kritische Rohstoffversorgungsketten verringern, die Umweltauswirkungen reduzieren und neue wirtschaftliche Möglichkeiten schaffen. Europa hat starke Ausgangsbedingungen und dieser Bericht zeigt, wie gezielte Innovation und politische Unterstützung dazu beitragen können, es an die Spitze einer nachhaltigen Batteriewirtschaft zu bringen.“
Energiespeicher, einschließlich Batterien, machen rund 40 Prozent aller energiebezogenen
Patentanmeldungen aus und wachsen weiter stark. Noch dynamischer entwickelt sich die
Patentierung zur Batteriekreislaufwirtschaft – getrieben durch den globalen E-Auto-Boom und regulatorische Vorgaben in Europa und China zur Entsorgung von Fahrzeugbatterien.
Auf Patentanmelder aus Asien entfallen für das Jahr 2023 63 Prozent der IPFs im Bereich der Batterie-Kreislaufwirtschaft.
Bis 2019 waren japanische und koreanische Unternehmen wie Toyota, LG und Sumitomo die führenden Patentanmelder in diesem Bereich, aber sie wurden von Brunp aus China überholt. Das Wachstum des Unternehmens hat dazu beigetragen, dass der Anteil Chinas an den IPFs im Bereich der Batterie-Kreislaufwirtschaft von fünf Prozent im Jahr 2013 auf 29 Prozent im Jahr 2023 gestiegen ist.
Während sich das Wachstum im Bereich der Batterie-Kreislaufwirtschaft in Asien beschleunigt, zeigt der Bericht, dass auch die Innovationen Europas voranschreiten. So entfallen auf europäische Unternehmen und Forschungsinstitute etwa 20 Prozent der IPFs im Bereich der Batterie-Kreislaufwirtschaft.
Besonders aktiv sind europäische Anmelder bei der Sammlung und chemischen Umwandlung – mit Schwerpunkten auf Fernbedienungstechnologien (34 % der IPFs), Isolierung und Immobilisierung (30 %) sowie hydrometallurgischer Extraktion nach pyrolytischer Vorbehandlung (26 %). Dieser Schwerpunkt spiegelt die derzeitige Rolle Europas als Batterieverbraucher und nicht als Batteriehersteller wider.
Deutschland nimmt dabei mit seiner dynamischen Unternehmenslandschaft und der engen
Vernetzung von Startups und Hochschulen eine zentrale Rolle ein. BASF, Duesenfeld und
Robert Bosch sind unter den aktivsten Patentanmeldern aus den EPÜ-Mitgliedstaaten im Bereich Batteriekreislaufwirtschaft für IPFs und führen damit die Top 10 der europäischen Antragssteller im Bereich Batteriekreislaufwirtschaft an.
Aufstellung der erfinderischen Tätigkeit der aktivsten Anmelder aus den EPÜ-Mitgliedstaaten im Bereich der Batteriekreislaufwirtschaft nach Zeiträumen für internationale Patentfamilien: Der Bericht wurde von einer Aktualisierung der bestehenden EPA-Plattform für saubere Energien begleitet, die um einen neuen Bereich zur Batteriekreislaufwirtschaft erweitert wurde. Auch das Tool „Deep Tech Finder“ des EPA wurde aktualisiert und umfasst nun Profile von fast 60 europäischen Startups und Universitäten, die seit 2006 Patentschutz für Erfindungen in diesen Bereichen beantragt haben.
Die Beta-Version des „Data Desk“ des EPA-Observatoriums zeigt außerdem, wie sich EPA-Patentdaten in umsetzbare Erkenntnisse überführen lassen – durch eine detaillierte Kartierung von Energiespeichertechnologien, die eine tiefgehende Analyse des Feldes ermöglicht. Weitere Kartierungen zu anderen Schlüsseltechnologien sollen in künftigen
Updates folgen.
Quelle: Europäisches Patentamt und Internationale Energieagentur
Weitere Informationen:
• Vollständiger Bericht: “Batterie-Kreislaufwirtschaft – Innovationstrends für eine zukünftige
Quelle kritischer Materialien”
• IEA-Bericht The State of Energy Innovation 2026
• Die Technologieplattform „Saubere Energietechnologien“ des EPA umfasst nun auch die
Batterie-Kreislaufwirtschaft
• Deep Tech Finder (DTF) des EPA
• Die Beobachtungsstelle des EPA für Patente und Technologie
• Zur Beta-Version der Kartographie der Energiespeicherung






