Als unverzichtbare Säule der kritischen Infrastruktur hält die Entsorgungswirtschaft Österreich zuverlässig am Laufen. Steigende Kraftstoff- und Energiepreise infolge der aktuellen geopolitischen Lage stellen diese Leistung nun vor eine ernste Belastungsprobe, warnt der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB).
Die Konflikte im Nahen Osten und in weiteren Krisenregionen hinterlassen deutliche Spuren an den Energiemärkten. Für die heimische Abfall- und Ressourcenwirtschaft sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar: Kraftstoff und Energie gehören zu den zentralen Kostentreibern einer Branche, die täglich Millionen Haushalte sowie Betriebe in ganz Österreich versorgt.
Private Entsorgungsbetriebe erfüllen eine systemrelevante Funktion – ein Herunterfahren des Betriebs ist nicht möglich, eine kurzfristige Weitergabe der Mehrkosten an Kommunen oder Unternehmen vertraglich wie praktisch kaum umsetzbar. Vorerst tragen die Betriebe diese Mehrbelastungen selbst – eine Situation, die strukturell nicht dauerhaft tragfähig ist und mittelfristig zu höheren Entgelten führen wird, so der VOEB.
„Die Entwicklungen an den Energiemärkten bereiten uns ernsthafte Sorgen“, meint Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB. „Die Kalkulationsgrundlagen, auf denen viele unserer Entsorgungsverträge mit Kommunen und Unternehmen basieren, spiegeln die aktuelle Kostensituation nicht mehr wider. Wie jedes Unternehmen in unserer Branche individuell auf diese Entwicklung reagiert, liegt in seiner eigenen unternehmerischen Verantwortung – klar ist aber, dass die Belastung real und erheblich ist.“
Gesellschaftliche Leistung braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Eine funktionierende Abfallentsorgung und -verwertung ist Voraussetzung für öffentliche Gesundheit, Ressourcenschonung sowie ein funktionierendes Gemeinwesen. Der VOEB appelliert an Auftraggeber, Kommunen und politische Entscheidungsträger, die veränderte Kostensituation ernst zu nehmen und partnerschaftliche Lösungsansätze zu suchen.
Jüly: „Unsere Mitgliedsbetriebe haben in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt, dass sie auch in Ausnahmesituationen verlässlich arbeiten. Diese Verlässlichkeit hat ihren Preis – und dieser Preis muss realistisch bewertet werden. Gleichzeitig brauchen wir politische Antworten auf die strukturelle Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen: Großzügigere Förderungen für die Umstellung der Fahrzeugflotten auf E-Lkw wären ein konkreter erster Schritt, um die Branche langfristig unabhängiger von solchen Preisschocks zu machen.“
Quelle: VOEB



