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Max-Weber-Preis: Wirtschaftsethik stärkt Demokratie

Der Max-Weber-Preis für Wirtschaftsethik würdigt exzellente Forschungsarbeiten zu aktuellen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen. 

Bei einem Festakt an der Universität Freiburg am 26. Februar 2026 hat das Institut der deutschen Wirtschaft im Gedenken an den Nationalökonomen und Soziologen zum 17. Mal den Max-Weber-Preis für Wirtschaftsethik verliehen.

Die Auszeichnung würdigt Nachwuchswissenschaftler für herausragende Beiträge zur Wirtschafts- und Unternehmensethik. Moderne Wirtschaftsethik versucht Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu finden, bei denen Wettbewerb und Innovationen mit Nachhaltigkeit und Mitverantwortung kombiniert werden. Sie verbindet ökonomische Vernunft mit ethischem Handeln und wirkt so in kontroversen Debatten deeskalierend. Damit stärkt sie sowohl die Soziale Marktwirtschaft als auch die Demokratie. Die vier Preisträger haben dazu in ihren Abschlussarbeiten geforscht.

Die Preisträger:

Berit Weiß (Universität Hamburg) erhält die Auszeichnung für ihre analytisch herausragende Masterarbeit zur Frage, warum sich Güter wie Freundschaft oder Liebe nicht kaufen lassen. Mit philosophischer Klarheit zeigt sie, dass solche Beziehungen auf Gegenseitigkeit und Gleichheit beruhen und Markttransaktionen sie zerstören würden.

Marvin Daab (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) gewinnt den Preis für seine Masterarbeit zur Verteilung von Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung. In beeindruckender theoretischer Tiefe reflektiert er darin verschiedene Verteilungsmechanismen als klimapolitisches Instrument, das ökologische Wirksamkeit mit sozialer Gerechtigkeit verbindet. Damit leistet er einen wertvollen Beitrag zur Lösung des Klimaproblems als Allmendegut und verbindet ökonomische Vernunft mit Nachhaltigkeit.

Alina Zotsenko (Hochschule Mainz) erhält die Auszeichnung für ihre praxisnahe Bachelorarbeit zur Umsetzung menschenrechtlicher Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes in der Zuliefererauswahl. Sie entwickelt einen strukturierten Fragenkatalog, mit dem Unternehmen eine rechtssichere und risikobasierte Prüfung vornehmen können, und verbindet damit unternehmerische Praxis mit Verantwortungsethik.

Kira Luisa Schirp (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) wird für ihre differenzierte Analyse der Anreizwirkungen von Bargeldtransfers im Vergleich zu Sachleistungen im Kontext nachhaltiger Entwicklung prämiert. Sie zeigt in ihrer Bachelorarbeit, dass Bargeld die individuelle Autonomie stärkt, während Sachleistungen zielgenauer wirken. Für eine nachhaltige Entwicklung plädiert sie für eine Kombination aus Geldtransfers und kostenlosen grundlegenden Dienstleistungen, die durch Umweltsteuern finanziert werden. So könne man soziale Gerechtigkeit und ökologische Transformation sinnvoll und effektiv miteinander verbinden.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft

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