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Recyclingkongress 2026: KI und die USG-Revision verändern die Schweizer Recyclingbranche

Der Recyclingkongress 2026 ist bereits wieder Geschichte und kann sich mit fast 380 Teilnehmenden als einen der grössten Events der Recyclingbranche bezeichnen. Im Fokus der Veranstaltung in Biel (Schweiz) standen die Umweltschutzgesetz (USG)-Revision, die Vorbereitung zur Wiederverwendung von Elektrogeräten sowie die Frage, wie künstliche Intelligenz das Recycling verändert.

Den begehrten Circular Award gewann Evolium Technologies SA aus Sion. Nach dem traditionellen Networkingabend wurde der Kongress am 30. Januar 2026 von Viviane Pfister (Swiss Recycle) und Isabelle Baudin (SVKI) eröffnet.

In einer Kurzansprache von Christine Wiederkehr-Luther, Präsidentin von Swiss Recycle, und Marco Sonderegger, Präsident vom SVKI, wurde die Bedeutung des Recyclingkongresses als Branchentreffpunkt für den Austausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette fassbar gemacht.

Von Wiederverwendung bis Künstliche Intelligenz

Christine Wermeille, Schweizer Bundesamt für Umwelt (Foto: Swiss Recycle)

Christiane Wermeille vom Schweizer Bundesamt für Umwelt erläuterte die nächsten Schritte der USG-Revision. Das Verordnungspaket 20 befindet sich aktuell in der Vernehmlassung und enthält Anforderungen für die Anerkennung von Branchenorganisationen in der Kreislaufwirtschaft. Wojtek Sitarz (EU-Kommission) gab zudem einen Einblick in EU-Entwicklungen zur Reparierbarkeit („Right to Repair“).

Ein zentrales Highlight war das Podium zur Vorbereitung zur Wiederverwendung von Elektroaltgeräten. Die Teilnehmenden waren sich einig: Es braucht geeignete Rahmenbedingungen, Ansätze bereits beim Design, mehr Sensibilisierung und Zusammenarbeit – uneinig blieb man sich bei der Finanzierung.

Auch das Podium zu Künstlicher Intelligenz zeigte: KI kann Effizienz und Qualität steigern, ist aber keine alleinige Lösung und muss in realistische Prozesse eingebettet werden.

Evolium Technologies SA gewinnt den Circular Award 2026

Anschliessend gehörte die Bühne des Recyclingkongress 2026 ganz den drei Finalisten des Circular Awards 2026. Die innovativen Projekte „Textile Innovationen“ von Climatex AG, „Zirkuläre Lithiumionenakkus“ von Evolium Technologies SA und „Zementfreier Beton“ von Kibag haben sich gegen 20 Konkurrenten durchgesetzt und kämpften im Finale in Biel um die begehrte Auszeichnung.

In diesem Jahr geht der Circular Award an Evolium Technologies SA mit Sitz in Sion. Die industrielle Lösung des Unternehmens zur Wiederaufbereitung von Lithium-Batterien, die diesen ein „zweites Leben“ in Photovoltaik-Speichersystemen ermöglicht, hat sowohl die Fachjury als auch das Publikum beim finalen Voting überzeugt.

Besonders die Reparierbarkeit der Batteriesysteme sowie die langfristige Kapazitätsgarantie fanden grosse Beachtung, gerade auch vor dem Hintergrund einer Kreislaufwirtschaft, die in der Energiewende eine immer zentralere Rolle einnimmt.

„Der Gewinn des Circular Award ist für uns sowohl eine Auszeichnung als auch eine wichtige Anerkennung durch die Branche. Unsere Lösung ist bereits im Markt im Einsatz und zeigt, dass sich mit reparierbaren und kapazitätsgarantierten Solarspeichern lokale Wertschöpfung schaffen lässt – hier in der Schweiz. Diese Auszeichnung bestärkt uns darin, den Einsatz unserer Lösung weiter auszubauen und ihre Wirkung zu verstärken“, meint Alexandre Staub, Gründer und CEO von Evolium Technologies.

Quelle: Swiss Recycle

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