Vom Pilotprojekt zum Baustein der Kreislaufwirtschaft

Wie lassen sich Waschmaschinen nach ihrer Nutzung sinnvoll in den Kreislauf zurückführen? Mit dieser Frage startete bei Miele im Frühjahr 2024 „2ndLife@Laundry“ als Pilotprojekt. Zweieinhalb Jahre später steht fest: Das Projekt lieferte wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft der Kreislaufwirtschaft bei Miele – und bewies, dass zirkuläre Wertschöpfung technisch möglich ist.

Das Aufbereiten gebrauchter Geräte ist dabei ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Für Unternehmen bedeutet sie, Produkte nach ihrer ersten Nutzungsphase nicht einfach aus dem Wertschöpfungskreislauf herausfallen zu lassen, sondern ihren Einsatz zu verlängern und vorhandene Ressourcen bestmöglich weiter zu nutzen. Gleichzeitig stellt das Aufbereiten hohe Anforderungen an Prozesse, Qualität und Wirtschaftlichkeit und eröffnet damit neue Perspektiven für nachhaltige Wertschöpfung.

Im ersten Projektschritt bereitete das Team dafür knapp 400 zurückgeführte Waschmaschinen auf. Dabei zeigte sich, wie unterschiedlich die Fehlerbilder ausfallen können und wie wichtig standardisierte Diagnose- und Reparaturprozesse sind. Denn erfolgreiches Refurbishment braucht nicht zuletzt klare Qualitätsstandards, digitale Unterstützung und eine enge Verzahnung mit bestehenden Unternehmensprozessen.

Ein zweiter Schwerpunkt des Projekts lag auf dem gezielten Wiederverwenden von Komponenten. Mehr als 2.000 zurückgeführte Geräte wurden dafür systematisch zerlegt und analysiert. Dabei gewann das Team rund 3.000 Elektronikkomponenten, etwa 2.000 Motoren und rund 6.000 weitere Baugruppen für interne und externe Partner. Zudem wurden knapp 60 Tonnen metallischer Werkstoffe als Sekundärrohstoffe in den Materialkreislauf zurückgeführt.

Für acht ausgewählte Baugruppen untersuchte das Projektteam außerdem technische Machbarkeit, Prüfprozesse, Qualitätsanforderungen und Wirtschaftlichkeit. Das Ergebnis: Das Rückgewinnen und Wiederverwenden von Bauteilen schont Ressourcen und eröffnet zugleich neue Wertschöpfungspotenziale.

„Das Projekt hat gezeigt, dass zirkuläre Prozesse im industriellen Umfeld grundsätzlich umsetzbar sind“, sagt Marvin Drewel, Director of Strategic Partnerships and Innovation Laundry. „Entscheidend sind standardisierte Demontage- und Prüfprozesse, klare Qualitätsanforderungen, digitale Rückverfolgbarkeit und transparente Bewertungsmaßstäbe.“

Auch die bereichsübergreifende Zusammenarbeit trug entscheidend zum Projekterfolg bei. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen bereits heute in Initiativen innerhalb der Miele Gruppe ein. Mit 2ndLife@Laundry hat Miele gezeigt, dass zirkuläre Wertschöpfung technisch möglich ist. Der nächste Schritt liegt nun darin, die Prozesse wirtschaftlich skalierbar zu machen – als Beitrag zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

Quelle: Miele & Cie. KG

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