BMU unterstützt ArcelorMittal Hamburg auf dem Weg zu „grünem“ Stahl

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Electric arc furnace (Photo: ArcelorMittal)

Ministerin Schulze übergibt Förder-Absichtserklärung über 55 Millionen Euro für Wasserstoffeinsatz.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat bei einem Besuch im Hamburger Stahlwerk dem Unternehmen ArcelorMittal Hamburg GmbH eine Absichtserklärung zur Förderung eines Projekts zur Herstellung von klimaneutralem, „grünem“ Stahl übergeben. Für den im Vorhaben geplanten Einsatz von Wasserstoff für die Direktreduktion von Eisenerz stellt das Bundesumweltministerium rund 55 Millionen Euro aus dem Förderprogramm zur Dekarbonisierung in der Industrie in Aussicht. Die endgültige Förderzusage sowie der Start des Projekts stehen noch unter dem Vorbehalt der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission. Das entsprechende Verfahren wurde bereits eingeleitet.

Die Stahlindustrie ist mit etwa 58 Millionen Tonnen CO2 für rund sieben Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Das Projekt H2H der ArcelorMittal Hamburg GmbH mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 110 Millionen Euro setzt ein Verfahren zur CO2-armen, wasserstoffbasierten Stahlerzeugung im industriellen Maßstab um. Dazu wird das bestehende Stahlwerk am Standort Hamburg um eine Direktreduktionsanlage erweitert, in der die Reduktion des Eisenerzes zur Stahlherstellung ausschließlich mit Wasserstoff erfolgen soll. Das Vorhaben soll zudem zeigen, wie die Weiterverarbeitung des direkt reduzierten Eisenerzes im Elektrolichtbogenofen zu Rohstahl und dann im Walzwerk zu hochwertigen Walzdrahtprodukten umgesetzt werden kann. Mit dem Projekt leistet ArcelorMittal einen wesentlichen Beitrag zur Umstellung der Stahlindustrie auf klimaneutrale Produktionsverfahren sowie zum Markthochlauf für Wasserstoff.

Mit dem Förderprogramm Dekarbonisierung in der Industrie wird eine Maßnahme des Klimaschutzprogramms 2030 und der Nationalen Wasserstoffstrategie umgesetzt. Das Programm richtet sich insbesondere an die energieintensiven Industrien wie Stahl, Chemie, Nichteisenmetallurgie, Kalk und Zement. Sie stehen vor der besonderen Herausforderung der Reduzierung beziehungsweise Vermeidung prozessbedingter Emissionen, etwa aus der Verwendung von Steinkohlekoks. Ansprechpartner für das BMU-Förderprogramm ist das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA).

Quelle: Bundesumweltministerium

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