ARA-Forschungsprojekt: Für richtige Müll-trennung und gegen Littering

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Bild: Pixabay

Ein innovatives Feldexperiment der Altstoff Recycling Austria (ARA) findet aktuell in Krems, Leoben und Steyr statt. Mit wissenschaftlicher Begleitung durch das Institut für Höhere Studien (IHS) geht man der Frage nach, ob zusätzlich aufgestellte und auffällig gestaltete Sammelbehälter im öffentlichen Raum für mehr korrekt gesammelten Abfall und gleichzeitig weniger Littering sorgen.

„Wir wollen jede Verpackung zurück fürs Recycling“, erklärt ARA Vorstand Christoph Scharff mit Blick auf die europäischen Sammel- und Recyclingvorgaben das übergeordnete Ziel des Forschungsprojekts. „Im steigenden Außer-Haus-Konsum steckt großes Potenzial. Den dabei entstehenden Verpackungsabfall wollen wir als Sekundärrohstoff in den Recyclingkreislauf zurückführen. Jeder und jede von uns kann so einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und damit zum Klimaschutz leisten. Das IHS und die WissenschaftlerInnen von Insight Austria unterstützen uns dabei, diese Potenziale zu nutzen.“

Sammeln muss einfach und bequem sein

Die fast 30-jährige Erfahrung der ARA zeigt, dass Bequemlichkeit ein wichtiger Hebel für die Steigerung der Sammelmengen und gegen Littering ist. Im aktuellen Forschungsprojekt wird dieses Wissen um Aspekte der Verhaltensökonomie ergänzt. Nach einer Erhebung des Umweltbundesamtes 2020 littern vor allem junge Erwachsene und werfen ihren Müll im Umkreis von zehn Metern zu einem Abfallbehälter achtlos weg. Gemeinsam mit dem IHS untersucht die ARA nun, wie man die Menschen dazu bewegen kann, ihren Abfall im öffentlichen Raum in den richtigen Sammelbehälter zu entsorgen und so die Umgebung sauber zu halten und die Umwelt zu entlasten.

Auffällig gestaltete Behälter als Magnet

Dafür werden in den Städten Krems, Leoben und Steyr an 70 hoch frequentierten Standorten zusätzlich zu den bestehenden Restmülltonnen Behälter für die getrennte Sammlung von Verpackungen aufgestellt. Getestet wird auch, ob und wie sich unterschiedliche Designs auf die Sammlung auswirken. Zum Einsatz kommen dabei neben neutralen Varianten auffällige Illustrationen mit fluoreszierenden Beklebungen oder Landschaftsbilder, die den Schutz der Natur durch Recycling kommunizieren sollen. Auf allen Behältern wurden optimierte Aufkleber angebracht, um einfach und verständlich zu erklären, was in die Tonne gehört und was nicht. Getestet wird außerdem ein QR-Code zur Meldung von Behälterüberfüllungen durch die Bürger. Verglichen wird das Ergebnis mit einer Kontrollgruppe ohne zusätzliche Behälter.

Auffällig gestaltete Tonnen sollen Menschen motivieren, auch unterwegs Müll zu trennen (Foto: leopress)

Vor dem Einsatz der zusätzlichen Sammelbehälter wurde eine Basismessung durchgeführt und der gesammelte Inhalt und das Littering im Umkreis über zwei Wochen erhoben. Aktuell wird die Wirkung der zusätzlichen Behälter und der verschiedenen Designs untersucht. Mit Projektergebnissen und Auswertungen wird im Herbst gerechnet. Katharina Gangl, Senior Researcher bei Insight Austria (IHS), ist vom Projekt begeistert: „Unter Anwendung von verhaltensökonomischen Methoden können wir ein Feldexperiment durchführen, das international beispielhaft ist.“ Gleichzeitig ist sie von der Professionalität der beteiligten Städte begeistert: „Nur mit der tatkräftigen Unterstützung vor Ort kann ein Forschungsprojekt dieser Größe erfolgreich umgesetzt werden.“

Krems, Leoben und Steyr als starke Kooperationspartner

Die Bürgermeister von Krems, Leoben und Steyr begrüßen das gemeinsame Forschungsprojekt als einen weiteren Baustein für noch mehr Nachhaltigkeit in ihren umweltbewussten Städten. Das wissenschaftliche Umweltprojekt ist eine gute Möglichkeit, die Bürgerinnen und Bürger zu motivieren, auch unterwegs Müll zu trennen. Gleichzeitig wird das Bewusstsein geschärft, dass jede und jeder Einzelne ohne Aufwand zum Umweltschutz beitragen kann.

Quelle: Altstoff Recycling Austria AG (ARA)

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