Altreifenentsorgung: Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde

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Foto: Pixabay

Fast 600.000 Tonnen Altreifen fallen jährlich in Deutschland an. Das ist ein Riesenberg an Altreifen, und würde man die Reifen aneinanderketten, würde die Kette einmal um den Erdball reichen. Doch eine fachgerechte und nachhaltige Reifenentsorgung und -verwertung ist möglich, denn Altreifen sind ein recycelbarer Sekundärrohstoff. Die Initiative ZARE setzt sich für eine ressourcenschonende Wiederverwertung von ausrangierten Reifen ein.

Die umweltfreundliche Altreifenentsorgung ist eine nicht zu unterschätzende ökologische Herausforderung. ZARE hat sich deshalb zur Aufgabe gemacht, ein Bewusstsein für fachgerechtes und nachhaltiges Reifenrecycling zu schaffen. Durch die Veränderungen in der Zementindustrie, die bisher einen Großteil der Altreifen als Brennstoff eingesetzt hat, müssen neue Verwertungswege für die Altreifen gefunden werden. Altreifen können zum Beispiel in Pyrolyse-Anlagen energetisch verwertet, gut erhaltene Reifen können runderneuert oder für einen zweiten Einsatz exportiert werden. Der Großteil der Altreifen wird geschreddert, granuliert und gemahlen und als Recyclingmaterial aus ELT (End-of-Life-Tyres) für die unterschiedlichsten Produkte eingesetzt.

Die Wiederaufbereitung der Altreifen in einen neuen recycelten Werkstoff ist aufwändig. Die Reifen müssen eingesammelt, akribisch vorsortiert und an die entsprechenden Weiterverarbeitungsorte transportiert werden. Damit wird die Verwertung teurer, aber auch umweltfreundlicher. Wenig verantwortungsbewusste Autofahrer oder aber auch „die schwarzen Schafe“ in der Branche, vermeiden die Kosten und legen die Altreifen illegal ab. Wenn sich die Verursacher nicht ermitteln lassen, tragen am Ende die Kommunen die Kosten für die Entfernung. Die Entsorgung über einen zertifizierten Altreifenentsorger ist daher der nachhaltigere und kostengünstigere Weg.

Umweltfreundliche Reifenentsorgung ist möglich

Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels steigt das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln. Erfreulicherweise nutzen immer mehr Menschen das Online-Anfrage-Formular der Initiative ZARE, das auf der Internetseite zur Verfügung steht. Die Anfragen gehen direkt an die ZARE-Partner, die als zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe gebrauchte Reifen – Mindestabnahme von 50 Reifen – annehmen, sowohl Altreifen als auch Gebrauchtreifen für Pkw, Lkw, AS oder EM.

ZARE zeichnet ausschließlich Betriebe aus, die Altreifen umweltbewusst und fachgerecht entsorgen. Zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe prüfen jeden Reifen sorgfältig, um die nachhaltigste Verwertungsform zu finden: vom Einsatz als Gebrauchtreifen in Exportländern, über die Reifen-Runderneuerung bis hin zur stofflichen und thermischen Verwertung. Dabei erfüllen zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe die Richtlinien des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) zu 100 Prozent.

Die Initiative ZARE hat für Reifenservicebetriebe und die Kfz-Werkstätten ein Aktionspaket mit Informationsmaterialien entwickelt, um auf die umweltbewusste und fachgerechte Altreifenentsorgung aufmerksam zu machen. Das Aktionspaket kann hier bestellt werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Betrieb über ein zertifiziertes Unternehmen entsorgen lässt.

Gummi: Werkstoff mit Zukunft

Ziel von ZARE ist es, Altreifen komplett in eine funktionierende Kreislaufwirtschaft einzubinden, neue und effizientere Verwertungsmethoden zu finden und damit die Umwelt nachhaltig zu schonen. Eine zukunftsweisende Verwertungsform ist die Verarbeitung von Altreifen zu Gummimehl und -granulat. Recyceltes Gummi kann für die Produktion von Neureifen und runderneuerten Reifen genutzt werden. Weitere innovative Produkte können aus Gummimehl hergestellt werden: Gummimodifizierter Asphalt im Straßenbau, Bodenbelag auf Spiel- und Sportplätzen, Antirutschmatten, Dichtungen, Dämmungen und mehr. Die Einsatzgebiete sind fast unbegrenzt. Voraussetzung für ein ressourcenschonendes Recycling von Gummi ist die fachgerechte Altreifenentsorgung.

Quelle: Initiative ZARE

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