Digitaler Abfallbehälter: Steyr erhält „Müllschlucker“ der Zukunft

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Von links: Vizebürgermeister Markus Vogl, Peter Hochgatterer (Geschäftsführer Stadtbetriebe Steyr), Bernd Grausenburger (Projektpartner/Geschäftsführer friendly energy), Romuald Teichmann (Kommunalbetriebe Steyr), Monika Dobreva (ARA Projektleiterin) und Renate Resch (Stadtbetriebe Steyr) beim neuen, mit Solarstrom betriebenen intelligenten Müllschlucker am Steyrer Busbahnhof (Foto: Magistrat Steyr/Presse)

Ein innovativer Pilotversuch der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) macht es möglich: Ab sofort verrichtet ein intelligenter digitaler Abfallbehälter der Zukunft – „BigBelly“ – in Steyr seine Dienste. Mit seinem Einsatz wird die Sammlung von Plastikflaschen und Dosen noch einfacher sowie effizienter.

Und genannte Verpackungen, die häufig beim „Außer-Haus-Konsum“ anfallen, bleiben als wertvolle Sekundärrohstoffe im Recyclingkreislauf erhalten. Das wirkt sich nicht nur positiv auf europäische Sammel- und Recyclingvorgaben aus – vor allem profitieren davon Natur und Umwelt.

„Geht es um das Erreichen der EU-Recyclingziele, ist die „Convenience“ – also die Bequemlichkeit – der getrennten Sammlung für Konsumentinnen und Konsumenten einer der wichtigsten Hebel. Und an diesem ziehen wir jetzt mit der Einführung von ‚BigBelly‘ kräftig“, führt ARA Vorstand Christoph Scharff aus. „Jede gesammelte Verpackung bringt uns den Sammel- und Recyclingzielen der EU ein Stück näher. Jeder und jede von uns kann so einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und damit zu Umwelt- und Klimaschutz leisten. Denn jährlich werden allein durch das ARA Sammel- und Verwertungssystem in Österreich rund 500.000 Tonnen CO2 eingespart.“

Noch mehr Recycling und weniger Littering

Österreich ist im Recycling im europäischen Spitzenfeld. Schon heute hat man die Zielvorgaben des EU-Kreislaufwirtschaftspakets 2025 für Verpackungen aus Papier, Glas und Metall erfüllt. Kunststoff stellt jedoch die große Herausforderung dar. Um die von der EU vorgeschriebene Recyclingquote von 50 Prozent Kunststoffverpackungen im Jahr 2025 zu erreichen, muss das Recycling in den kommenden vier Jahren von aktuell 75.000 Tonnen auf 150.000 Tonnen verdoppelt werden. „Wir können nur recyceln, was die Konsumentinnen und Konsumenten getrennt sammeln. Dazu werden wir speziell die Sammelmöglichkeiten für den Unterwegskonsum ausbauen. Der ‚BigBelly‘ ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung: Noch mehr Recycling und weniger Littering“, unterstreicht Scharff.

Abholungsintervalle wesentlich reduziert

Der in Steyr zum Einsatz kommende, komplett solarbetriebene und damit energieautarke Abfallbehälter (eine Stunde Sonnenlicht entspricht einem Monat Betriebsdauer) steht für die getrennte Sammlung von Plastikflaschen sowie Metalldosen zur Verfügung. Und dabei macht er seinem Namen alle Ehre: Mittels integrierter Müllpresse verdichtet „BigBelly“ die Abfälle auf ein Siebentel und weist somit ein vielfach höheres Fassungsvermögen als seine herkömmlichen Kollegen auf.

Ist der Maximalfüllstand erreicht, meldet sich der Abfallbehälter automatisch per E-Mail. Mit diesem System werden die Entleerungs- beziehungsweise Abholungsintervalle wesentlich reduziert, was einerseits zu einer Arbeitszeitersparnis sowie andererseits zu einer Verringerung von CO2-Emissionen und Feinstaub führt, da Fahrtstrecken der Müllsammelfahrzeuge eingespart werden.

„Revital“ wird gut angenommen

„Steyr ist eine durch und durch umweltbewusste Stadt. Wir freuen uns über den ‚BigBelly‘“, sagt Markus Vogl, Vizebürgermeister der drittgrößten Stadt in Oberösterreich. „Der Einsatz dieses modernen Abfallbehälters ist ein weiterer Baustein unserer vielen Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit, von denen beispielsweise die in ganz Oberösterreich durchgeführte Kampagne ‚ReVital‘ äußerst gut angenommen wird.“

Bei „Revital“ werden den Haushalten wiederverwendbare ReVital-Boxen zur Verfügung gestellt, in denen gebrauchte aber noch nutzbare Gegenstände gesammelt und beim nächsten Altstoffsammelzentrum oder in den eigens geschaffenen ReVital-Shops abgegeben werden können. Dort werden sie dann mit Unterstützung von benachteiligten Personen wieder aufbereitet beziehungsweise revitalisiert. „So vermeiden wir Abfall, schonen Ressourcen und schaffen zusätzlich auch noch Arbeitsplätze“, schließt Vogl.

Quelle: Altstoff Recycling Austria AG (ARA)

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