Alba Group und Berliner Senat schließen Klima- und Umweltschutzvereinbarung

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Vertragsunterzeichnung und symbolische Übergabe der Klima- und Umweltschutzvereinbarung durch Senatorin Regine Günther und den Vorstandsvorsitzenden der Alba Group, Dr. Eric Schweitzer (Foto: Alba Group)

Als erstes Unternehmen hat die Alba Group eine kombinierte Klima- und Umweltschutzvereinbarung mit dem Land Berlin abgeschlossen. Darin verpflichtet sich das führende private Recyclingunternehmen der Stadt, seine CO2-Emissionen noch weiter zu senken und den Ressourcenverbrauch kontinuierlich zu verringern.

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, und der Alba Group-Vorstandsvorsitzende Dr. Eric Schweitzer haben das Abkommen gestern unterzeichnet.

Erstmals verpflichtet sich ein Berliner Unternehmen in einer kombinierten Vereinbarung sowohl auf verbindliche Klima- als auch ambitionierte Umweltziele. Im Mittelpunkt stehen der möglichst sparsame und ökologisch verträgliche Energieeinsatz, die verstärkte Nutzung regenerativer Energien im Gebäudebestand sowie die nachhaltige Ressourcenschonung, aber auch der weitere Ausbau des Recyclings von Abfällen und der Einsatz von gütegesicherten Recyclingrohstoffen. Der vereinbarte Aufgabenkatalog umfasst 29 konkrete Maßnahmen von der Umrüstung auf sparsame LED-Leuchten über den schrittweisen Umstieg auf Hybrid- und Elektrofahrzeuge, die Nutzung geeigneter Dachflächen für Photovoltaik bis zum Einbau energiesparender Druckluftsysteme in den Sortieranlagen.

Die Alba Group verpflichtet sich konkret zu einer Absenkung ihrer direkten und indirekten CO2-Emissionen um jeweils 15 Prozent in den nächsten zehn Jahren. Ergänzend wird die Recyclingspezialistin ein Konzept vorlegen, wie sie ihre CO2-Emissionen in Berlin bis 2050 um 95 Prozent reduzieren kann. Zudem unterstützt die Unternehmensgruppe die Zero Waste-Strategie des Landes Berlin, wonach ökologische Stoffkreisläufe durch Wiederverwendung und Recycling geschlossen werden sollen. Hierfür werden ressourcenschonende Maßnahmen wie nachhaltiges Bauen umgesetzt.

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, sagte anlässlich der Vertragsunterzeichnung: „Mit dieser Klima- und Umweltschutzvereinbarung übernimmt Alba in besonderer Weise Verantwortung. Nur gemeinsam mit Unternehmen, der Stadtgesellschaft und den Bürgerinnen und Bürgern können wir die Berliner Klimaschutzziele erreichen. Es kommt auf ambitionierte Beiträge zu mehr Energieeffizienz und zur Schonung der Ressourcen an. Besonders relevant ist die Verpflichtung von Alba, ein Klimaschutzkonzept zu entwickeln, mit dem die Klimaneutralität des Unternehmens bis 2050 erreicht werden soll. Mit der Umsetzung der Vereinbarung wird Alba zu einer wichtigen Minderung der CO2-Emissionen beitragen und unsere Zero Waste-Strategie unterstützen.“

Dr. Eric Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der Alba Group, sagte: „Wiederverwendung und Recycling sind per se wichtige Beiträge zum Klima- und Ressourcenschutz, weil durch diese Maßnahmen viel weniger schädliche Klimagase frei werden als bei der Neuproduktion. Und mit den MPS-Anlagen, die wir gemeinsam mit der BSR betreiben, zeigen wir, dass durch die intelligente Aufbereitung sogar Hausmüll einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Trotzdem wollen auch wir noch besser werden, beispielsweise indem wir unsere Produktion noch effizienter machen und sparsamere Fahrzeuge einsetzen.“

Die Kooperationspartner verfolgen zudem eine Zero Waste-Strategie, die noch stärker als bisher auf den Ausbau der Abfallvermeidung, die Wiederverwendung sowie das Recycling abzielt. Die Vereinbarung ist daher auch ein wichtiger Beitrag zur Zero Waste-Strategie, die der Senat in seinem neuen Abfallwirtschaftskonzept 2020/2030 formuliert hat. So sollen das beim Land Berlin etablierte Bewertungssystem „Nachhaltiges Bauen – Silberstandard“ sowie der Einsatz von Recyclingbeton auch bei Alba-Neubauten angewendet werden. In diesem Zusammenhang beabsichtigt Alba im Rahmen der von der Senatsumweltverwaltung initiierten Re-Use Berlin-Kampagne die Durchführung eines Pilotprojektes zur Wiederverwendung von Baumaterialien.

Bisher hatte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz vor allem mit städtischen Unternehmen und Hochschulen Klimaschutzvereinbarungen geschlossen. In den Vereinbarungen verpflichten sich die Partner, durch konkrete Aktivitäten zur Umsetzung der Berliner Klimaschutzziele beizutragen. Die Vereinbarungen enthalten definierte CO2-Reduktionsziele. Jährlich erfolgen Zwischenkontrollen, regelmäßig liefern die Partner Fortschrittsberichte.

Über die Klimaschutzvereinbarungen des Landes Berlin

Mit den Klimaschutzvereinbarungen bindet das Land Berlin Unternehmen und Hochschulen ganz konkret dabei ein, Berlin klimaneutral zu machen. Unternehmen oder Hochschulen setzen sich bei der Entwicklung einer Klimaschutzvereinbarung mit der Frage auseinander, welche Maßnahmen und Schritte erforderlich sind, um den eigenen Wirkungsbereich perspektivisch klimaneutral gestalten zu können. Die Ergebnisse dieser Überlegungen fließen in die Vereinbarung ein und sichern in der Umsetzung die erforderlichen Emissionsminderungen. Darüber hinaus entwickeln Klimaschutzvereinbarungen eine Vorbildfunktion. Sie sollen andere Unternehmen anregen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und ebenfalls ambitionierte Zielstellungen zu entwickeln. Daher sind die Klimaschutzvereinbarungen als Instrument auch im Berliner Energiewendegesetz verankert.

Quelle: Alba Group

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