Schrott: Weiterhin knappes Aufkommen bei den meisten Sorten

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Foto: O. Kürth

Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Nach einem Einbruch im ersten Halbjahr 2020 sank die Weltrohstahlproduktion bis Ende Oktober 2020 um zwei Prozent. Für das Gesamtjahr wird ein etwas geringerer Rückgang gesehen.

Chinas Stahlausstoß lag um 5,5 Prozent über dem Vorjahreswert: Das Land wird 2020 erstmals über eine Milliarde Tonnen Rohstahl erzeugen, welche auch primär im Inland verbleiben. Das Produktionsniveau in Europa und Nordamerika brach um 17 Prozent ein. In der Türkei erhöhte sich der Ausstoß um vier Prozent.

In Deutschland erwartet die IKB 2020 eine Tonnage von rund 35 Millionen Tonnen, die deutsche Erzeugung dürfte aber 2021 stärker anziehen. „Bei unserer gesamten Prognose gehen wir für 2021 weltweit nicht von einem erneuten Lockdown im Verarbeitenden Gewerbe infolge der Corona-Pandemie aus. Unsicherheiten sehen wir derzeit vor allem für Spanien, Frankreich und Italien. Es besteht auch im nächsten Jahr Handlungsbedarf im Sinne von Safeguard-Maßnahmen.“

Preisaufschläge für Schrott dürften erst im Verlauf des ersten Quartals 2021 deutlich anziehen  

Im Verlauf des November 2020 zogen die Schrottpreise durchschnittlich um 5 €/t gegenüber dem Vormonatsniveau an. Bei etlichen Stahlwerken erfolgte eine weitere Aufstockung der Vorräte, zumal auch die Orderbücher der Stahlkocher wieder gut gefüllt waren. Allerdings ist das Aufkommen bei den meisten Schrottsorten – vor allem auch bei Neuschrotten – infolge von nicht voll hochgefahrener Produktion noch weiter knapp. Zudem stützten die Exporte in die Türkei das Preisniveau. Diese profitiert derzeit im Nahen Osten von den fehlenden Ausfuhren Chinas. Die Eisenerz-Spotpreise zogen im November wieder leicht auf 122 US-$/t an, dürften aber 2021 Potenzial nach unten haben. Die IKB erwartet zwar bis Jahresende keine nennenswerten weitere Preisaufschläge für Schrott, die Preise dürften jedoch im Verlauf des ersten Quartals 2021 deutlich anziehen. Zudem kommen weitere Impulse aus dem Export. Die deutlich verbesserte Auftragslage vieler Stahlwerke erlaubte im November Preisanhebungen. Die unverändert stabilen Spotmarktpreise für Eisenerz frei China liegen rund 45 % über dem Niveau vom Jahresanfang.

Der daraus resultierende Margendruck auf die Stahlpreise konnte nun teilweise – Produktgruppen spezifisch divergierend – weitergegeben werden: Die Preise für Warmbreitband zogen im Durchschnitt um 27 €/t an, wobei die Differenz zwischen Ende November zum Vormonatsschluss bei über 45 €/t lag. Verzinkte Bleche erhöhten sich bei kräftig anziehendem Zinkpreis im Mittel um 5,7 %. Walzdraht verteuerte sich erst zum Ende des Monats November, im Monatsmittel war es aber nur 0,5 %. Bei den europäischen Stahlpreisen erwarten wir ein erneutes Anziehen im ersten Quartal 2021 von mindestens 25 €/t. Aufgrund der Produktionsentwicklung in Asien müssen die von der EU ergriffenen Schutzmaßnahmen bestehen bleiben.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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