Fluorchemikalien: BUND begrüßt Initiative für schnelles Verbot

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Bild: Pixabay

Anlässlich des auf Initiative Hessens von der Umweltministerkonferenz beschlossenen Maßnahmenpakets gegen giftige per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), kommentiert Ulrike Kallee, Abteilungsleiterin Stoffe und Technologien beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Wir begrüßen es sehr, dass sich die Umweltministerinnen und Umweltminister der Länder für Maßnahmen gegen eine weitere Verwendung und Verbreitung von Fluorchemikalien ausgesprochen haben. Jetzt sollten Bund und Länder umgehend tätig werden, damit sich diese Schadstoffe nicht weiter in der Umwelt ausbreiten. Gleichzeitig muss sich die Bundesregierung auch auf EU-Ebene für ein schnelles Verbot dieser hochproblematischen Chemikaliengruppe einsetzen.

Fluorchemikalien werden auch die ‚ewigen Chemikalien‘ genannt. Einmal freigesetzt können sie bis zu tausend Jahre in der Umwelt verbleiben. Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes zeigt, dass 86 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland diese Umweltgifte im Blut haben, mehr als 20 Prozent in so hohen Konzentrationen, dass Gesundheitsschäden nicht auszuschließen sind. In solchen Fällen muss das Vorsorgeprinzip zur Anwendung kommen: Die gesamte Stoffgruppe gehört in Deutschland und der gesamten EU endlich vorsorglich verboten.“

Hintergrund

Hinter der Abkürzung PFAS verbergen sich mehr als 4.700 verschiedene synthetisch hergestellte chemische Stoffe. Sie werden aufgrund ihrer fett-, wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften unter anderem zur Herstellung von Outdoor-Artikeln, Lebensmittelverpackungen, beschichtetem Kochgeschirr, Kosmetika sowie in Löschschäumen eingesetzt. Einige Verbindungen, wie PFOS und PFOA, sind nachweislich gesundheits- und umweltschädlich und ihre Anwendung bereits gesetzlich beschränkt. Viele andere sind noch nicht ausreichend untersucht. PFAS reichern sich im Menschen an und werden in der Umwelt kaum abgebaut. Sie werden über Luft und Gewässer weiträumig verteilt und werden selbst in Polargebieten und alpinen Seen nachgewiesen.

Quelle: BUND

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