Altreifenrecycling: Erfolgreiche erste AZuR-Workshops

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Foto: AZuR

Mit drei Workshops zu den Themen „stoffliche Verwertung“, „Runderneuerung“ und „Pyrolyse“ ist das AZuR-Netzwerk erfolgreich in die aktive Arbeit gestartet.

Das von der Förderrichtlinie „Innovationsforum Mittelstand“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Projekt fand dabei einen sehr guten Aufschlag in Wirtschaft, Wissenschaft und auch Politik. „Wir hatten drei sehr spannende und vor allem produktive Treffen, in denen sehr offen und differenziert diskutiert wurde“, bestätigt Netzwerkkoordinatorin Christina Guth.

Ziel der Workshops war es, zum einen die beteiligten Akteure in den drei Teilbereichen von AZuR zum ersten Mal zusammenzubringen. „Netzwerkarbeit lebt davon, dass sich die handelnden Personen direkt miteinander austauschen“, hat Guth erfahren. Zum anderen sollten auch erste Arbeitsaufträge für das gesamte Netzwerk formuliert werden. Davon gibt es nach der ersten Runde schon reichlich. Knapp 60 Teilnehmer waren bei den drei Veranstaltungen, die teilweise online gehalten wurden, insgesamt dabei.

Offener und vertrauensvoller Austausch

In allen drei Treffen haben sich die Beteiligten sehr offen über die aktuelle Situation ausgetauscht. Innerhalb der drei Runden wurde vereinbart, dass die Mitwirkenden möglichst umfassend innerhalb ihrer Erfahrungen und Möglichkeiten berichten, um die jeweilige Situation von verschiedenen Seiten zu erfassen. Diese Informationen stehen den Beteiligten im AZuR-Netzwerk zur Verfügung und werden intern vertraulich behandelt. In diesem vertrauensvollen Umfeld konnten auch konkrete Zahlen zu Mengen und Preisen oder auch zahlreiche Ideen bezüglich zukünftiger Märkte angesprochen werden.

„Vor allem die Mischung der unterschiedlichen Disziplinen war ein echter Gewinn“, weiß Christina Guth zu berichten. Es habe sich sehr klar gezeigt, dass der Austausch deutlich über Verbands- und auch Branchengrenzen hinweg der richtige Weg sei. „Je mehr Personen aus den unterschiedlichen Bereichen zusammenkommen, desto fruchtbarer sind am Ende die Ergebnisse“, findet Dr. Stefan Hoyer von der TU Chemnitz, der den Workshop „stoffliche Verwertung“ leitete. Bei den drei Workshops lieferten Hochschulen und Universitäten wissenschaftliche Ergebnisse und Informationen zu Forschungen. Vom Umweltbundesamt wurden rechtliche Rahmenbedingungen erläutert und die einzelnen Unternehmen berichteten aus der aktiven Arbeit. Auch die Reifenhersteller und große Unternehmen aus der Industrie beteiligten sich aktiv an den Workshops und steuerten zahlreiche wertvolle Informationen bei.

„Ich bin sehr froh, dass wir einen sehr offenen Umgang miteinander hatten und wir gegenseitig viele Einblicke bekommen konnten“, freut sich auch Professor Dr. Peter Quicker, der an der RWTH Aachen im Forschungsgebiet Technologie der Energierohstoffe arbeitet und den Workshop „Pyrolyse“ leitete. Der große Vertrauensvorschuss, den vor allem die einzelnen Unternehmer in die Workshops mit eingebracht haben, zeige gleichzeitig, wie wichtig der Austausch und die weitere Arbeit jetzt sind. Die Netzwerk-Verantwortlichen hoffen, dass sich in naher Zukunft noch mehr Akteure aus den Bereichen Maschinenbau, Bauindustrie, Energie und Chemie, aber auch von Seiten der Politik und von Verbänden am Netzwerk AZuR beteiligen.

Erste Aufträge für das Netzwerk

Workshop-Teilnehmer (Foto: AZuR)

Die in den ersten drei Workshops gewonnenen Ideen und Arbeitsaufträge sind zahlreich. So wird es beispielsweise innerhalb von AZuR eine Arbeitsgruppe „Runderneuerung“ geben, die das Thema weiter nach vorne bringen möchte. Dazu soll eine Öko-Bilanz-Studie beauftragt werden und eine gemeinsame Plattform entstehen. „Gerade die Runderneuerung hat großes Potenzial, Reifen deutlich länger im Wirtschaftskreislauf zu halten und dabei im Vergleich zur Neureifenproduktion erheblich Rohstoffressourcen zu sparen und Emissionen zu senken. Doch in Politik und Öffentlichkeit sind diese Vorteile noch zu wenig bekannt und runderneuerte Reifen sind mit vielen Vorurteilen belastet“, stellt Technik-Geschäftsführer Michael Schwämmlein vom BRV fest, der den Workshop „Runderneuerung“ leitete. Im Workshop „Pyrolyse“ formierte sich eine AZuR-interne Entwicklungsgruppe, die gemeinsam an den unterschiedlichen Techniken arbeiten wird. Und auch bei der stofflichen Verwertung wird ein gemeinsamer Maßnahmenplan erarbeitet, der die Ansprache der Politik ins Auge fasst.

Aktuell entsteht mit AZuR ein starkes und schlagkräftiges Netzwerk, das auf weitere Teilnehmer hofft. Je mehr Akteure dabei sind, desto schneller und effektiver wird die Arbeit sein. In Zukunft sollen viele frische Ideen für die Erschließung neuer Märkte auch in die Tat umgesetzt werden. Wer mehr Informationen zum Netzwerk und einen Überblick zu den bisherigen Partnern haben möchte, wird auf www.azur-netzwerk.de fündig. Die nächsten Treffen – teilweise real, teilweise als Onlinekonferenz – wurden bereits ins Auge gefasst. Zudem soll es zahlreiche informelle Austauschmöglichkeiten geben – alles mit einem Ziel: Reifen zu 100 Prozent zu verwerten und einen echten Wertstoffkreislauf zu schaffen.

Über AZuR, das Innovationsforum Altreifen-Recycling

Der Altreifenberg in Deutschland wächst. Der Markt des Altreifen-Recyclings ist im Umbruch. Altreifen und Altgummi auch weiterhin vollumfänglich wiederverwerten und gleichzeitig das Aufkommen an Altreifen reduzieren – das ist das hoch gesteckte Ziel des Innovationsforums Altreifen-Recycling, das im Rahmen der Förderrichtlinie „Innovationsforen Mittelstand“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Zielsetzung ist die Initiierung eines interdisziplinären Netzwerkes aus Wirtschaft und Wissenschaft auf dem Innovationsfeld. Es soll eine branchenübergreifende Vernetzung der verschiedenen Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft in der „Altreifen-Branche“ angestoßen werden, um die Voraussetzungen gerade für KMU zum Beispiel für neue Produkte, Absatzmärkte und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle zu verbessern. AZuR steht für Allianz Zukunft Reifen.

Quelle: CGW GmbH

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