PET-Flaschen: Steigender Einsatz von recyceltem Material und leichter

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Rezyklat (Foto: Starlinger)

Die PET-Verwertung in Deutschland funktioniert, so die Studie „Aufkommen und Verwertung von PET-Getränkeflaschen in Deutschland 2019“ der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM).

Rund 94 Prozent aller PET-Getränkeflaschen würden demnach recycelt, die Verwertungsquote liege sogar bei fast 100 Prozent. Außerdem zeige sich ein klarer Trend zum Einsatz von recyceltem Material: Eine PET-Flasche bestünde heute im Durchschnitt zu 30 Prozent aus Rezyklat.*

„Hohe Recyclingquoten und der Einsatz von recyceltem Material bei PET-Getränkeflaschen sind in Deutschland seit Jahren Standard“, erklärt Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. „Damit gilt das deutsche Kreislaufsystem im internationalen Vergleich als Paradebeispiel hinsichtlich effizienter Recyclingstrukturen.“ Die aktualisierte GVM-Studie bestätigt diese Aussage: Die Recyclingquote von PET-Getränkeflaschen bewege sich mit 94,1 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. Bei bepfandeten Flaschen aus PET seien 2019 sogar 97,5 Prozent recycelt worden. Inklusive der energetischen Verwertung seien 99,9 Prozent aller PET-Getränkeflaschen im vergangenen Jahr verwertet worden.

„Flasche-zu-Flasche-Recycling wächst signifikant“

Das aus dem Recycling gewonnene Rezyklat würde dabei verstärkt im Flasche-zu-Flasche-Kreislauf eingesetzt. Mehr als 37 Prozent des recycelten PET-Materials würden zur Herstellung neuer PET-Flaschen verwendet – im Vergleich zu 2017 sei dies ein Anstieg um fünf Prozentpunkte. Dieses „signifikante Wachstum“ spiegele sich auch im Rezyklateinsatz bei PET-Getränkeflaschen wider. Im Durchschnitt bestünde jede PET-Flasche in Deutschland zu knapp 30 Prozent aus recyceltem Material. 2017 seien es noch 26 Prozent gewesen. Damit erfülle die deutsche PET-Branche bereits jetzt die für 2030 geplanten Vorschriften der EU-Kommission an den Rezyklateinsatz in PET-Getränkeflaschen.

Das Forum PET in der IK unterstütze diesen Trend. „Der Einsatz von recyceltem PET und der geringere Materialeinsatz wirken sich sehr positiv auf die Ökobilanz von PET-Flaschen aus. Das belegen zahlreiche Studien“, erläutert Dr. Isabell Schmidt. „Deshalb unterstützen wir unsere Mitglieder in ihren Bestrebungen, den Rezyklatanteil ihrer Verpackungen weiter zu erhöhen.“ Das Forum PET spricht sich zudem für Initiativen zur Steigerung der Rezyklatquote aus, darunter die Zielmarke der RAL Gütegemeinschaft Wertstoffkette PET-Getränkeverpackungen. Diese sieht vor, dass PET-Getränkeflaschen mit RAL-Gütezeichen bis 2022 zu 50 Prozent aus Recyclingmaterial bestehen sollen.

Positiv zur Entwicklung könnte beitragen, dass die Verwertung von PET-Flaschen seit knapp zwei Jahren ausschließlich in Deutschland oder im grenznahen Ausland stattfinde. Ein Export der gebrauchten PET-Flaschen ins außereuropäische Ausland würde nicht mehr stattfinden. Daher stünde mehr hochwertiges Rezyklat der deutschen PET-Industrie zur Verfügung.

Aktualisierte Studie zum PET-Wertstoffkreislauf

Die GVM-Studie bezieht sich auf Daten aus dem Jahr 2019. Die Gesellschaft untersuchte den Angaben nach alle für PET-Flaschen relevanten Getränkesegmente im bepfandeten und unbepfandeten Getränkebereich. Betrachtet seien sowohl Einweg- als auch Mehrwegflaschen worden. Nicht einbezogen worden seien die mengenmäßig weniger bedeutenden PET-Getränkeverpackungen für Milch-, Milchmix- und milchbasierte Getränke sowie PET-Flaschen für Nichtgetränke.

Quelle: Forum PET in der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.

*Die Studienergebnisse und die Aussagen der IK geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. So steckt das Kunststoffrecycling nach unseren Erkenntnissen in der Krise: Die Nachfrage nach Rezyklaten ist eingebrochen und die kunststoffverarbeitende Industrie setzt in erster Linie auf Neuware, insbesondere bei den derzeit niedrigen Preisen für neue Kunststoffe. Corona hat diese Fehlentwicklung verstärkt. Das Fachmagazin EU-Recycling berichtet darüber ausführlich in der kommenden November-Ausgabe.

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