RAL-Gütesicherung GZ 950: Abfall ist out – Rückkonsum ist in!

1092
Drive-In-Einfahrt zum Kommunalen Rückkonsum-Zentrum Mettlach (Foto: Kroll/Recyclingportal)

Auf das RAL-Gütezeichen GZ 950, das  die Qualität von Rücknahme-Aktivitäten für Altprodukte auszeichnet, macht die RAL-Gütegemeinschaft Rückkonsum mit Sitz im saarländischen Merzig aufmerksam.

Kommunale Betriebe und Unternehmen können ihre nachhaltige und den Zielen des Circular-Economy gerecht werdende Dienstleistung mit dem neuen Gütezeichen auszeichnen lassen. Damit werden Bürgernähe und eine saubere Abwicklung, die spiegelbildlich dem Verkauf von Neuprodukten angelegt ist, neue Impulse in einen wichtigen Bereich der kommunalen Rückführung von Ressourcen bringen.

Nicht nur idiomatisch, sondern auch strategisch möchte das RAL-Gütezeichen neue Wege ebnen. Sprachlich hat man sich zunächst einmal konsequent aus dem bisherigen Vokabular verabschiedet. Wir reden nicht von „Altprodukten“ und nicht mehr von „Abfall“, teilt der 1. Vorsitzende der Gütegemeinschaft, Robert Leven mit. Das Schlagwort Rückkonsum steht dabei für die „Gesamtheit aller Maßnahmen, die dazu dienen Altprodukte von den Letztbesitzern anzunehmen, sie zu klassifizieren, sie zu lagern, sie zu konfektionieren und sie der Circular Economy zuzuführen. Rückkonsum ist dabei die spiegelbildliche Organisation der Rücknahme von Ge- und Verbrauchsgütern nach den Servicekriterien des Konsums“, wie die Definition in der RAL-Gütesicherung GZ 950 es beschreibt.

Bringt eine neue Sichtweise in die Thematik

Mit der Zertifizierung der Wertstoff- oder Recycling-Zentren zu Rückkonsum-Zentren, werden aus Sicht von Robert Leven „zukunftssichere Einrichtungen, die sich von alten Begriffen wie Dreck, Müll und Schrott verabschiedet haben. Überfüllte Wertstoff-Container, ungepflegte Recycling-Centren und eine nicht geordnete Logistikinfrastruktur der Müllerfassung sind Gründe, dass sich Bürger mit der bisherigen Abfall-Entsorgung nicht genug identifizieren konnten und die angebotenen kommunalen Leistungen nicht in dem Umfang nutzen, wie es eine nachhaltige Circular-Economy verlangt.“

Der Begriff Rückkonsum bringt aus Sicht von Robert Leven „eine neue Sichtweise in die Thematik und unterstützt die Bürger dabei, bewusster mit der Rückführung von Altprodukten umzugehen. Deshalb ist die proaktive Beratung des Bürgers von zentraler Bedeutung.“ Leven zeigt sich davon überzeugt, dass „Bürger sich im Rückkonsum-Zentrum wohl fühlen müssen und im selben Maße zum Rückkonsum angeregt werden müssen, wie sie zum Konsum von Produkten angeregt werden.

Kommunale Betreiber vieler „Rückkonsum-Zentren“ (oder Wertstoffhöfe oder Recycling-Zentren), in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz haben bereits sehr viel  dafür getan, eine Atmosphäre zu schaffen, die den Bürger zum Rückkonsum anregt. Diese Kommunen oder Betreiber kommunaler Zentren sind die Zielgruppe des RAL-Gütezeichens Rückkonsum. Die RAL-Gütegemeinschaft lädt all diese Kommunen dazu ein, sich der Vorteile des Gütezeichens zu bedienen. Interessierte Kommunen steht die Gütegemeinschaft gerne zum Gedankenaustausch zur Verfügung.

Begriffe aus der neuen RAL-Gütesicherung Rückkonsum:

Unter „Rückkonsum“ ist die Gesamtheit aller Maßnahmen zu verstehen, die dazu dienen Alt-Produkte von den Letztbesitzern anzunehmen, sie zu klassifizieren, sie zu lagern, sie zu konfektionieren und sie der Circular Economy zuzuführen. Rückkonsum ist dabei die spiegelbildliche Organisation der Rücknahme von Ge- und Verbrauchsgütern nach den Servicekriterien des Konsums.

Alt-Produkte und -Materialien“ sind Produkte und Materialien, die von ihren privaten oder wirtschaftlich tätigen Letztbesitzern mit dem Entledigungswillen und dem Willen, dass die Produkte und Materialien weitestgehend im Sinne der Circular Economy in die Produktkreisläufe zurück zu führen sind, abgegeben werden.

Als „Produktpotential“ wird eine Methode beschrieben, die die angenommenen Alt-Produkte hinsichtlich ihrer Eignung zur späteren Zuführung  zur stofflichen (inklusive werkstoffliche und rohstoffliche) und/oder energetischen Nutzung oder zur Beseitigung einstuft und bewertet.

Unter dem Begriff „Rückkonsum-Zentren“ sind alle zentralisierten öffentliche und privaten Einrichtungen zu verstehen, die Alt-Produkte von den Letztbesitzern annehmen um sie nach deren Erfassung, Handling, Zwischenlagerung und Konfektionierung der Circular Economy zuführen. Rückkonsum-Zentren sind ortsgebundene umbaute Flächen, die als Bring-Systeme für Alt-Produkte ausgelegt sind.

Quelle: RAL-Gütegemeinschaft Rückkonsum e.V.

Anzeige