GLOBE – Globaler Konsens zur Nachhaltigkeit im Bauwesen

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Bild: Pixabay

„Eine erfolgreiche Umsetzung nachhaltiger Entwicklung in der globalen Gesellschaft sowie die Verringerung der verheerenden globalen und lokalen Folgen des Klimawandels erfordern nicht weniger als eine weltweite, transformative und einheitliche Anstrengung aller Akteur*innen des Bauwesens.“

Dies ist die zentrale Kernaussage des GLOBE Konsens, welcher gerade eben von einer internationalen Expertengruppe verabschiedet wurde, welche im Auftrag von sieben führenden internationalen Institutionen im Bereich des Bauingenieurwesens an dem Meilenstein gearbeitet hat. GLOBE steht für einen Globalen Konsens zur Nachhaltigkeit im Bauwesen und das Dokument unterstreicht die weltweiten Herausforderungen, die das gesamte Umfeld des Bauens mit seinem wesentlichen Beitrag zum Klimawandel erfährt.

Der GLOBE Konsens richtet sich an gesellschaftliche Entscheidungsträger sowie Fachleute im Bereich der Bauindustrie und ruft dazu auf, gemeinschaftliche und koordinierte Bestrebungen zur Verringerung des Klimawandels anzugehen. Die Zielsetzung ist es, Akteuren im Bauwesen ihre enorme Verantwortung ins Bewusstsein zu rufen. GLOBE setzt Nachhaltigkeit im Bausektor auf die globale Agenda – mit dem gleichen Stellenwert wie Sicherheit und Dauerhaftigkeit. Zuletzt benennt der Konsens Personen, die Nachhaltigkeit beflügeln können und schlägt konkrete Handlungsanweisungen vor, welche unmittelbar umgesetzt werden müssen.

„Nachhaltigkeit und Reduzierung des Klimawandels ist eine weltweite Herausforderung – diese kann nur in einer weltweiten, gemeinschaftlichen und fokussierten Anstrengung erfolgen – und diese ist es, worum es im Kern des GLOBE Consensus wirklich geht“, erklärt Prof. Michael Havbro Faber von der Aalborg Universität in Dänemark und gleichzeitig Präsident des Joint Committee on Structural Safety.

„Mit zunehmender Urbanisierung und wachsendem Baubedarf bei gleichzeitig immer stärker limitierten Ressourcen, werden Bauindustrie und Bauingenieure zu wesentlichen Triebfedern positiver sozio-ökonomischer, ökologischer Entwicklungen und nachhaltiger Prozesse. Allerdings sind sich die meisten Verantwortlichen ihrer Rolle und Verantwortung dabei gar nicht wirklich bewusst. Deshalb stellt der GLOBE Konsens einen Meilenstein dar, indem er die Akteure im gesamten Umfeld des Bauwesens unmittelbar anspricht und dazu ermutigt Vorboten positiver Entwicklungen für eine bessere Zukunft zu werden“, stellt Dr. Dipl.-Ing. Wolfram Schmidt (BAM) fest, der an lokalen Materiallösungen für globale Herausforderungen arbeitet.

„Die Erderwärmung ist die zentrale Herausforderung, der die Menschheit gegenübersteht. Alles, was zur Verringerung der Emissionen beitragen kann, muss getan werden, und das gesamte Umfeld des Bauens steht für einen wesentlichen Anteil an eingebundenem CO2“, bestätigt Prof. Karen Scrivener (EPFL), welche führende Expertin für nachhaltige Zemente und Produktionstechnologien ist.

Judith Hardy, die Generalsekretärin von Rilem, die sich mit ganzem Herzen für den Erfolg von GLOBE einsetzt bestätigt „Ich bin sehr glücklich die Aktivitäten unterstützen zu können und durch Rilem Hilfestellungen bei der Kommunikation zu Wissenschaftlern und Fachleuten bieten kann.“

Dr. Nicolas Roussel, Forschungsdirektor der Université Gustave Eiffel in Frankreich sowie Vizepräsident von Rilem stellt fest: „Zum ersten Mal überhaupt konnten internationale Verbände von Wissenschaftlern und technischen Experten gemeinschaftlich eine strategische Vision für die Bedürfnisse unserer Gesellschaft bezüglich des Bauens und der Umwelt entwickeln und die zugehörigen Forschungsbedarfe definieren.“

Die Expertenrunde propagiert die Einrichtung einer weltweiten Arbeitsgruppe, die damit beauftragt wird, nationale und überstaatliche politische Entscheidungsträger dabei zu unterstützen, nachhaltige Entwicklungen im Bausektor und der Bauwirtschaft zu implementieren.

Weitere Details auf der GLOBE Homepage

Kontakt deutsch: Dr. Wolfram Schmidt, BAM, wolfram.schmidt@bam.de

Quelle: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)