Recyclinganlage für kontaminierten Stahlschrott in Delfzijl/Niederlande eröffnet

693
Foto: © EIT RawMaterials

Betreiber ist die Purified Metal Company (PMC). König Willem-Alexander begrüßte als Ehrengast zahlreiche Gäste und eröffnete feierlich die Anlage.

PMC hat eine wirtschaftliche Methode entwickelt, kontaminierten Stahlschrott zu hochwertigen Rohstoffen für die Stahlindustrie zu recyceln. Damit stellt sich die neu errichtete Anlage in Delfzijl als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung der EU- Stahlindustrie dar: Sie spart im Vergleich zur Stahlproduktion aus Eisenerz 150.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Das entspricht den Angaben zufolge den jährlichen Emissionen von 45.000 Pkw.

Vom Start-up zum Marktführer

Die Idee von PMC entstand im Jahr 2011. Die Kombination von Stahl mit gefährlichen Stoffen findet sich in verschiedenen Stahlobjekten, zum Beispiel Ventilen, Eisenbahnen, Rohren, Brücken und Heizgeräten. Herkömmlicherweise werden diese Objekte, sofern dies wirtschaftlich sinnvoll ist, gereinigt und dann als Rohmaterial oder als Endprodukt verkauft. Wenn eine Reinigung nicht möglich ist, wird das Material auf Deponien entsorgt. Durch das von PMC entwickelte neue Verfahren werden Stoffe wie Asbest in unschädliche Bestandteile zerlegt und der Stahlschrott in einen neuen qualitativen Rohstoff – „Purified Metal Blocks (PMB)“ umgewandelt. Die hermetisch geschlossene Fabrik garantiert die Sicherheit von Mensch und Umwelt bei Verarbeitung und Transport. Zum Einsatz kommen nur erprobte und bewährte Techniken, die ihre Zuverlässigkeit in anderen Bereichen bereits unter Beweis gestellt haben.

Auf ihrem Weg vom Start-up zur technologischen Speerspitze erhielt PMC Unterstützung von EIT RawMaterials. Die Innovationsgemeinschaft im Rohstoffsektor bietet unter anderem Finanzierungen und Unternehmer-Coaching für Start-ups in der Frühphase, wobei der Schwerpunkt auf der Markteinführung liegt. Mit EIT RawMaterials an ihrer Seite wuchs das ehemalige Start-up zu einem etablierten Unternehmen heran. Im Jahr 2017 wurde PMC sogar für den EIT Venture Award nominiert, eine Auszeichnung für die vielversprechendsten Unternehmer und Innovatoren in Europa.

Ein großer Schritt Richtung Dekarbonisierung der europäischen Stahlindustrie

König Willem-Alexander eröffnete feierlich die neue Anlage von PMC in Delfzijl/Niederlande (Foto: © PMC)

Der von PMC recycelte Stahl ist ein hochwertiger Rohstoff, der von Stahlproduzenten zur Herstellung neuer Stahlprodukte verwendet werden kann. Jedes Kilogramm der gereinigten Metallblöcke, das verarbeitet wird, spart laut dem Unternehmen ein Kilogramm CO2 ein, da der Stahl nicht aus Eisenerz hergestellt werden muss. PMC löst damit nicht nur ein Abfallproblem: Die Fabriken, die Stahl aus den Blöcken von PMC herstellen, senken ihre CO2- Emissionen um 50 Prozent im Vergleich zu denjenigen, die ihren Stahl aus Erz produzieren.

Das Pilotprojekt „Green Steel for Europe“ des Europäischen Parlaments unterstützt die EU bei der Erreichung der Klima- und Energieziele bis 2030 und der langfristigen Strategie für ein klimaneutrales Europa bis 2050 mit wirksamen Lösungen für eine saubere Stahlerzeugung. In diesem Zusammenhang ist die Eröffnung der PMC Anlage in Delfzijl ein wertvoller Beitrag zur mittel- und langfristigen Strategie der EU, die Dekarbonisierung der Stahlindustrie voranzutreiben, Rohstoffe zu sichern und die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

Quelle: EIT RawMaterials

Anzeige