Beizen von Edelstahl: Leiblein reinigt Abwasser mit eigener Aufbereitungsanlage

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Mit Zuführung einzelner Bauteile in die Edelstahl-Beizanlage bei Leiblein erfolgen Entfetten, Beizen, Passivieren, Spülen und die Luftreinigung vollautomatisch (Bild: Leiblein GmbH)

Eigene Abwasser-Reinigungsanlage erfüllt Multifunktion.

Das Unternehmen Leiblein steht für eine ganze Bandbreite von Filteranlagen, Abscheidern und Kläreinrichtungen für die Fest-/Flüssig-Trennung. Die hierbei eingesetzten effizienten Technologien mit Fokussierung auf die Kernkompetenzen Wasseraufbereitung, Aufbereitung von Kühlschmierstoffen und Schlammentwässerung kommen jedoch nicht nur in zahlreichen Branchen zum Einsatz.

Ganz aktuell wird das Expertenwissen auch mit einer neuen Abwasser-Reinigungsanlage im eigenen Hause praktiziert, deren Nutzen multifunktional ausgelegt ist. In erster Linie zur Aufbereitung des anfallenden Abwassers bei einer jetzt in Betrieb genommenen Edelstahl-Beizanlage realisiert, erweiterten sich die Dimensionen zur Nutzung durch wichtige Funktionen. Die Abwasser-Reinigungsanlage im eigenen Haus steht nun als Referenzanlage für Vorführungen am Standort Hardheim genauso zur Verfügung wie für Schulungen von Kundenpersonal und eigenen Servicetechnikern. „Durch die Investition in eine höhere Leiblein-Fertigungstiefe sind wir mit der neuen Edelstahl-Beizanlage wesentlich flexibler und unabhängiger geworden“, bewertet Alex Leiblein die neue Fertigungsstufe.

Edelstahl-Beizanlage sichert Leiblein-Qualität

Die Leiblein Abwasser-Reinigungsanlage bereitet das Beizabwasser so auf, dass ohne weiteres die Zuführung in die öffentliche Kanalisation erfolgen kann (Bild: Leiblein GmbH)

Bei vielen Aufgabenstellungen ist der Einsatz von Edelstahl für die Aufbereitungskomponenten und Anlagen besonders geeignet. Um die Korrosionsbeständigkeit des Materials zu erhalten, werden Edelstahlbauteile standardmäßig gebeizt. Dieser wichtige Produktionsschritt wurde bei Leiblein mit Kauf des EU-patentierten Rotainer-Systems von der Außer-Haus-Dienstleistung in eine „In-house“-Lösung überführt. Alle beim Beizen anfallenden Prozesse wie Entfetten, Beizen, Passivieren, Spülen und Luftreinigung erfolgen vollautomatisch ressourcenschonend und umweltverträglich in einem Container. Die Beizanlage ermöglicht das vollständige Beizen der Bauteile und ist auch für sehr große Konstruktionen ausgelegt.

Eigene Wasseraufbereitungsanlage reinigt Abwasser aus Beizanlage

Die Schmutzfraktion aus der Beizanlage in dem stark sauren Abwasser besteht im Wesentlichen aus gelösten Schwermetallen wie Chrom, Eisen, Nickel, in kleineren Spuren auch Metalle wie Molybdän sowie den Resten der Beizchemikalien. Die Abwasser-Reinigungsanlage ist darauf ausgelegt, das Beiz-Abwasser so aufzubereiten, dass es anschließend bedenkenlos in die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden kann. Das verschmutzte Abwasser sammelt sich zunächst in einem doppelwandigen 10-Kubikmeter-Vorlagetank, der zusätzlich durch eine Sicherheitswanne nach dem Wasser-Haushalts-Gesetz (WHG) abgesichert ist.

Die Abwasseraufbereitung erfolgt im Chargenbetrieb. Je Charge werden fünf Kubikmeter Beiz-Abwasser in den Reaktionsbehälter geleitet wo zunächst eine chemische Vorbehandlung stattfindet. Mit Zuführung von Kalkmilch und Flockungshilfsmitteln wird der erforderliche Fällungs-pH-Wert eingestellt und eine Flockenbildung bewirkt. Ein permanent im Einsatz befindliches Rührwerk sorgt für die optimale Durchmischung der Flocken. Die Drehzahl des Rührwerks kann abhängig von der Behandlungsstufe gesteuert werden. Alle Schadstoffe sind in den Flocken gebunden und ein einleitungsfähiger pH-Wert ist erreicht. Über Sensoren werden sämtliche Behälter und die WHG-Wanne überwacht.

Nach Filtration des Abwassers im unteren Bereich des Filterbandes baut sich ein Filterkuchen auf, der fachgerecht entsorgt wird (Bild: Leiblein GmbH)

Vom Reaktionsbehälter gelangt das behandelte Abwasser auf den Vakuumbandfilter. Dort findet im unteren Bereich des Filterbands die Filtration des Abwassers statt, bei der sich ein Filterkuchen aufbaut. Das Filtrat fließt in den Filtertank und von dort weiter in einen Kontrollbehälter. Hier wird es einer pH-Endkontrolle unterzogen und anschließend in die Kanalisation eingeleitet.

Im oberen Bereich des Filterbandes wird der Filterkuchen durch Anlegen eines Vakuums entwässert. Sobald eine gewisse Kuchendicke beziehungsweise ein gewisser Flüssigkeitspegel erreicht ist, taktet das Filterband weiter. Dabei wird der Filterkuchen über einen Abstreifer vom Band abgetrennt und fällt in einen Container, von wo er nun fachgerecht entsorgt wird. Alle relevanten Messdaten werden laufend elektronisch protokolliert und sind jederzeit abrufbar.

Christian Leiblein ist zufrieden: „Unsere Edelstahl-Beizanlage mit anschließender Abwasser-Reinigungsanlage gewährleistet mit ihren hochwertigen technologischen Standards so auch für die Zukunft die Qualität unserer Anlagen für die Wasser- und Kühlschmierstoffaufbereitung.“

Quelle: Leiblein GmbH (Presse-Service: Bucher Communications Ratingen)

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