Unverpackt einkaufen: Greenpeace startet interaktive Deutschlandkarte

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Bild: Pixabay

Wer verpackungsfrei einkaufen will oder Orte kennt, an denen das möglich ist, kann ab sofort auf die „Reuse Revolution Map“ zugreifen.

Verbraucherinnen und Verbraucher können dort entsprechende Geschäfte in ihrer Umgebung finden und auch selbst in die Karte eintragen. „Um die Plastikkrise an der Wurzel zu packen, brauchen wir viel mehr als ein symbolisches Plastiktütenverbot, wir brauchen eine echte Verpackungswende“, sagt Viola Wohlgemuth, Konsum-Expertin von Greenpeace. „Unsere Karte ist das interaktive Werkzeug für alle, die beim alltäglichen Einkauf Verpackungsmüll einsparen wollen.“

Die Karte soll nicht nur auf spezielle Unverpackt-Läden, die ihr gesamtes Sortiment lose anbieten, hinweisen. Auch konventionelle Bäckereien, die Brot und Brötchen in mitgebrachte Stoffbeutel füllen, oder Supermärkte, die an der Käsetheke die Vorratsbox von zuhause zum Verpacken akzeptieren, sollen Einträge erhalten.

Mehr Verpackungsabfall in Corona-Zeiten

In Deutschland fallen nach Angaben des Bundesumweltamts (UBA) jährlich rund 20 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an. Mit einem Pro-Kopf-Aufkommen von fast 40 Kilogramm Kunststoffabfällen im Jahr belegt Deutschland im europäischen Vergleich den vierten Platz hinter Luxemburg, Irland und Estland. Seit Beginn der Corona-Pandemie im März ist der Verbrauch an Kunststoffverpackungen in Privathaushalten im Monatsdurchschnitt hierzulande noch einmal um etwa zehn Prozent gestiegen.

Dabei sind wiederverwendbare Verpackungen und unverpackte Lebensmittel auch in Pandemiezeiten gesundheitlich absolut unbedenklich, wie 120 internationale Expertinnen und Experten im Juni in einer Stellungnahme erklärten. Der Einzelhandel begründet die Ablehnung des verpackungsfreien Verkaufs bei Produkten wie Brot oder Käse oft damit, geltende Hygienevorschriften zu verletzen. Diese sind laut Greenpeace in Deutschland „tatsächlich unklar definiert und unterliegen der Auslegung der regionalen Ordnungsämter.“ „Hier muss Bundesumweltministerin Svenja Schulze dringend Rechtssicherheit für den Handel schaffen“, appelliert Wohlgemuth. „Es muss gesetzlich sichergestellt werden, dass verpackungsfreies Einkaufen in Deutschland grundsätzlich möglich ist und diejenigen, die lose Ware über die Ladentheke verkaufen, rechtlich auf der sicheren Seite stehen.“

Reuse Revolution Map

Quelle: Greenpeace

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