Nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion ermöglichen

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Einkaufscenter (Foto: Pixabay/Mike Mike

Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV) übergibt Policy Brief mit Empfehlungen zum nachhaltigen Konsum an Bundesjustizministerin Christine Lambrecht.

In den vergangenen Monaten vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Diskussion, wie eine nachhaltige Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht werden kann, erheblich an Dynamik gewonnen. Dies ist in der Krise kurz in den Hintergrund getreten, die aktuelle Diskussion wie etwa zu den Bedingungen, unter denen Lebensmittel produziert werden, zeigt aber deutlich, dass viele Probleme nach wie vor ungelöst sind. Immer sichtbarer wird, wie notwendig die Entwicklung nachhaltiger und zukunftsfähiger Konzepte für das Wirtschaften und Leben ist. Zentral ist dabei die Frage, wie eine nachhaltige Transformation der Produktions- und Konsumstrukturen politisch erfolgreich gestaltet werden kann.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV) der Bundesregierung in seinem aktuellen Policy Brief acht Maßnahmen, mit denen die Verbraucherpolitik im Kontext der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie dazu beitragen kann, nachhaltigen Konsum zu ermöglichen. Dabei nimmt der SVRV die Zusammenhänge zwischen einer zukunftsfähigen Transformation der relevanten Systeme und nachhaltigen Produktions- und Konsumstrukturen in den Blick.

Die federführende Autorin Prof. Dr. Christa Liedtke, seit Juli 2019 Mitglied im SVRV und Leiterin der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut sowie Professorin an der Folkwang Universität der Künste für Nachhaltiges Design, adressiert in diesem Kontext die wichtigsten Aufgaben der Verbraucherpolitik: „Für die Verbraucherpolitik der Bundesrepublik Deutschland bedeutet dies an erster Stelle, nachhaltige Produktion, nachhaltigen Konsum und nachhaltige Lebensstile zu fördern und zu fordern, die Rechtsetzung für den Verbraucherschutz in Richtung Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln und vor allem die sozial-ökologische Balance der Menschen und Gesellschaft im Blick zu behalten.“

Das Autorenteam empfiehlt im Policy Brief folgende Strategien und Maßnahmen:

  • SDG12-Indikatorik konzeptionell weiterentwickeln und etabliern sowie Zielkonflikte erkennen und lösen
  • Deutlich erkennbare Ziellücken rasch erkennen und durch geeignete Maßnahmen schließen
  • Attraktivität und Akzeptanz der Zertifizierung nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) könnte erhöht werden
  • Ökodesign-Richtlinie insbesondere im Hinblick auf die Materialeffizienz und Langlebigkeit weiter vorantreiben
  • Marktanteil von Produkten mit staatlichen Umweltkennzeichen durch geeignete Maßnahmen erhöhen
  • Informationen über die Nachhaltigkeit von Produkten und Unternehmen zielgruppengerecht aufbereiten und kommunizieren; hierzu könnte die Etablierung von Gewährleistungsmarken vorangetrieben werden
  • Die Bundesregierung sollte das Instrument der Reallabore und Living Labs nutzen und mit einer ambitionierten Rechtssetzung ihre Marktdiffusion fördern
  • Nachhaltigkeit fest in den regulatorischen Prozess integrieren

Der Policy Brief „Nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion ermöglichen – Empfehlungen für die Verbraucherpolitik“ ist hier abrufbar.

Quelle: Wuppertal Institut

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