FEhS-Institut: Wert von Sekundärbaustoffen in ProgRess III zu wenig gewürdigt

1192
Baustoffaufbereitung (Foto: O. Kürth)

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. sieht in dem verabschiedeten dritten Deutschen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess III) einen Weg in die richtige Richtung. Die Experten für Eisenhüttenschlacken vermissen jedoch die ausdrückliche Akzentuierung von mineralischen Baustoffen aus der Stahlindustrie:

„Aus unseren industriellen Nebenprodukten entstehen hochwertige und markterprobte Sekundärbaustoffe, die schon über eine Milliarde Tonnen Naturgestein in Zement, Beton und Gesteinskörnungen substituiert haben. Wir hätten uns gewünscht, dass sich dieser positive Beitrag zum nachhaltigen Bauen und zur Kreislaufwirtschaft in ProgRess III in deutlicheren Formulierungen wiederfindet“, erklärte Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts.

Vor allem bei öffentlichen Bauvorhaben bemängelt Reiche in ProgRess III ein fehlendes Signal: „Der Staat sollte Vorreiter in Sachen Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft sein. Wir bedauern daher sehr, dass unsere Forderungen nach einer diskriminierungsfreien Ausschreibung für industrielle Nebenprodukte und in einem angemessenen Umfang auch einer gesetzlich verankerten Bevorzugung ressourcenschonender Baustoffe nicht explizit berücksichtigt worden ist. Zur vorrangigen Verwendung bei Baumaßnahmen des Bundes kommen ausschließlich Recyclingbaustoffe zur Sprache.“

Ein deutlicheres Statement pro Sekundärbaustoffe hätte Reiche auch beim Klimaschutz erwartet: „Durch die Substitution von Portlandzementklinker durch Hüttensand aus der Stahlindustrie konnten bei der Zementherstellung in Deutschland schon über 200 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Diese Baustoffe sind nicht nur ressourcenschonend, sie senken auch den ‚Carbon Footprint‘ bei Bauvorhaben erheblich.“

Ziel von ProgRess III ist es, durch einen sparsameren Umgang mit Rohstoffen und die effizientere Nutzung natürlicher Ressourcen die Wirtschaft unabhängiger von Primärrohstoffen und damit krisensicherer zu machen. Die Forderungen des FEhS-Instituts beziehen sich vorrangig auf Maßnahmen in den Kapiteln 5.5 „Ressourcenschonung auf kommunaler und regionaler Ebene unterstützen“ und 5.6.2. „Bauen, Arbeiten und Wohnen“.

Quelle: FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V.

Anzeige