Bund bringt Waldbrandprävention und -bewältigung voran

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2018 brannten in Deutschland mehr als 2.300 Hektar Wald (Foto: Pixabay)

Bundeswaldministerium und Bundesumweltministerium reagieren auf steigende Waldbrandgefahr und die massiven Waldschäden und bewilligen 22 neue Forschungs- und Modellvorhaben.

Aufgrund der hohen Temperaturen und der Trockenheit in den vergangenen Jahren kommt es in Deutschland vermehrt zu Waldbränden. Um diese Gefahr zu minimieren und zielgerichtet zu bekämpfen, fördern die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) insgesamt 22 Forschungs- und Modellvorhaben. Aufgrund der Vielzahl von Waldbränden in den vergangenen zwei Jahren hatten die beiden Ministerien 2019 einen entsprechenden Förderaufruf gestartet. Die Projekte starteten nun bundesweit zum 1. Mai und haben ein Volumen von insgesamt rund 11,3 Millionen Euro. Die Gelder stammen aus dem gemeinschaftlich finanzierten Waldklimafonds (WKF).

Bundeswaldministerin Julia Klöckner: „Unsere Wälder sind dauerhaft gestresst: Nach zwei trockenen Jahren droht nun eine Frühjahrsdürre, die unseren Bäumen stark zusetzt. Auch die Waldbrandgefahr ist aktuell wieder hoch – allein in 2018 haben wir durch Brände eine Waldfläche verloren, die rund 3300 Fußballfeldern entspricht. Mit dem Förderprogramm wollen wir diese Gefahr effektiv eindämmen, unsere Wälder besser davor schützen. Dabei drehen wir an vielen Stellschrauben, gehen es umfassend an: Mehr Aufklärungsarbeit, intensivere Forschung, eine bessere Vernetzung sowie den klimastabilen Umbau unserer Wälder. Zudem stehen den Ländern auch Gelder aus unserem gemeinsamen 800-Millionen-Wald-Hilfspaket für verschiedene Maßnahmen zur Waldbrandprävention zur Verfügung.“

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Der Klimawandel macht sich in unseren Wäldern deutlich bemerkbar, das macht mir große Sorgen. Die Dürre der letzten beiden Jahre hat schlimme Folgen für die Wälder und auch in diesem Jahr erleben wir bereits eine anhaltende Trockenheit und eine erhöhte Waldbrandgefahr. Zur Anpassung an den unvermeidbaren Teil des Klimawandels braucht Deutschland einen Waldumbau. Misch- und Laubwälder können sich zum Beispiel meist besser an Extremwetter anpassen als reine Nadelholzwälder. Mit den neuen Projekten wollen wir unsere Wälder widerstandsfähiger machen und erproben, wie sich Schäden im Fall eines Waldbrandes begrenzen lassen.“

Dürreperioden in Zukunft besser überstehen

Die Projekte sollen helfen, Dürreperioden in Zukunft besser zu überstehen, und umfassen grundlegende Forschungsarbeiten – beispielsweise um das ökologische, waldbauliche und technische Wissen zu Waldbränden zu erweitern oder die Waldbrandgefahr mit fernerkundlichen und meteorologischen Daten kartieren zu können. Ebenso werden Strategien für die Entwicklung feuerbeständiger und klimaresilienter Wälder auf Brandflächen entwickelt, wobei zugleich die Auswirkungen waldbaulicher Veränderungen auf Bodeneigenschaften und Bodenfauna, Pilze, Wild und Brutvögel untersucht werden.

Außerdem soll eine vernetzte Datenplattform für Feuerwehren zu Prävention, Management und Bewältigung von Schadensereignissen entstehen. Mit einem weiteren Vorhaben soll eine digitale Informations- und Aufklärungskampagne für Jugendliche in sozialen Medien zur Waldbrandprävention entwickelt werden. Auch kampfmittelbelastete Waldflächen sind Gegenstand der Untersuchungen. Dabei werden beispielsweise der Einsatz geschützter Forsttechnik erprobt sowie Leitfäden für Waldbesitzer zur Arbeitssicherheit und Haftung bei der Waldbrandnachsorge erarbeitet.

Weitere Details zu den Projekten stehen in der Projektdatenbank der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe unter www.fnr.de zur Verfügung.

Hintergrund:

Bei 1.708 Waldbränden waren im Jahr 2018 bundesweit 2.349 Hektar Wald verbrannt. Das ist laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die größte Waldbrandfläche seit 26 Jahren. Der vorbeugende Waldbrandschutz liegt in Deutschland in der Zuständigkeit der Bundesländer und ist in den Landeswaldgesetzen formuliert. Der Waldklimafonds wurde im Juni 2013 als Bestandteil des Energie- und Klimafonds gemeinsam von BMEL und BMU aufgelegt. Er kann als flexibles Förderinstrument an der Schnittstelle Wald und Klima optimal für die Fragestellungen genutzt werden.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ist seit 1993 als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe aktiv. Sie unterstützt seit 1. Januar 2019 als Projektträger auch Vorhaben der Förderrichtlinie Waldklimafonds.

Quelle: FNR

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