Agrarabfälle: „Zweites Leben“ als Papier – Fünf Jahre PaperWise

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Bild: PaperWise

Seit der Gründung 2015 hat das niederländische Unternehmen Agrarabfälle mit einem Gesamtgewicht von rund neun Millionen Kilogramm zu Papier und Karton für Drucksachen und Verpackungen aufbereitet.

Als Rohstoff nutzt Paper Wise die Stängel und Blätter, die nach der Ernte auf dem Feld zurückbleiben. Derzeit werden diese Abfälle verbrannt, was äußerst schädlich für die Umwelt ist. „Wenn Kinder in der Schule lernen, dass Papier aus Agrarabfällen hergestellt wird, dann haben wir unser Ziel erreicht und wissen, dass sich die Papierindustrie definitiv verändert hat“, beschreibt Gründer Peter van Rosmalen die Nachhaltigkeitsmission des Unternehmens.

Nach fünf Jahren erfolgreicher Pionierarbeit ist das Start-up PaperWise für den nächsten Schritt bereit. Um den Gewinn für die Umwelt um ein Vielfaches zu erhöhen, bündelt das Unternehmen Erkenntnisse von Wissenschaftlern, Experten und führenden innovativen Unternehmen weltweit. Ziel ist es, eine neue, nachhaltige Technologie zu entwickeln, um Agrarabfälle in Zellstoff umzuwandeln. „Aktuell geschieht das noch in Form eines chemischen Verfahrens, das schädlich für die Umwelt ist. Wir sind bestrebt, diesen Prozess komplett umweltfreundlich zu gestalten“, erklärt Mitgründer Nick op den Buijsch.

Den Schalter umlegen

PaperWise hat sich in nur fünf Jahren zum europäischen Marktführer für Papier und Karton aus Agrarabfällen mit über 1.500 Kunden in 19 Ländern entwickelt. Zum Kundenstamm zählen Unternehmen wie Weleda, Landal GreenParks, Alnatura, Lufthansa, Rewe, Heineken und Rabobank. PaperWise, das einst als soziales Unternehmen gegründet wurde, berücksichtigt bei allen Entscheidungen das Gleichgewicht zwischen Mensch, Planet und Wirtschaft. Das bedeutet zum Beispiel, dass lokale Bauern in Südamerika, woher die Agrarabfälle stammen, auch am Erfolg beteiligt werden. „Der Schalter im Kopf muss umgelegt werden“, erklären Van Rosmalen und Op den Buijsch. „Unsere Erde muss viel zu viel erleiden. Das Ökosystem ist gestört, Rohstoffe werden immer knapper, und weltweit leben mehr als drei Milliarden Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Das ist unserer Meinung nicht hinnehmbar.“

Die Notwendigkeit von Wachstum

Geld verdienen ist nicht das Ziel, sondern ein Muss. Nick op den Buijsch: „Das klingt vielleicht seltsam, aber nachhaltige Unternehmen sind nur dann zukunftssicher, wenn sie ohne Subventionen Gewinn machen. Wachstum ist notwendig, um solche Innovationen zu finanzieren und unseren Traum in bare Münze zu verwandeln. Wir wollen gerne zu einer Welt beitragen, in der es keinen Abfall mehr gibt und jeder Reststoff als Rohstoff für ein neues Produkt dient. Dafür ist es notwendig, dass wir möglichst viele Menschen und Organisationen in Bewegung bringen. Nur gemeinsam können wir die Papierindustrie verändern. Gemeinsam können wir Wise With Waste sein.“

Sozialverträglich hergestellt

„PaperWise“ ist eine neue Generation von umwelt- und sozialverträglich hergestelltem Papier und Karton aus landwirtschaftlichen Abfällen, das heißt aus den Stängeln und Blättern, die nach der Ernte übrig bleiben. Die Umweltbelastung ist zu 47 Prozent niedriger als bei Papier aus Bäumen und zu 29 Prozent niedriger als bei Recyclingpapier, sagt der Hesrsteller. „PaperWise“ wird in Indien und Südamerika in Fabriken produziert, die für die dortigen Gemeinschaften von großer Bedeutung sind. Es wird in Bildung, Infrastruktur und Gesundheitsfürsorge investiert, und der Herstellungsprozess ist auf Sicherheit, Zero Waste und Umweltschutz ausgerichtet.

Das Unternehmen PaperWise liefert großformatige Bögen und Rollen an Druckereien und Kartonhersteller, wo Papier und Karton zu Büroartikeln, Drucksachen und Verpackungen verarbeitet werden. Die Produktpalette umfasst Schreibblöcke, Notizbücher, Umschläge, Visitenkarten, Broschüren, Magazine, Bücher, Taschen, Tüten, Behälter, Becher und vieles mehr. Außerdem liefert PaperWise auch Kopierpapier in den Formaten A4 und A3.

Quelle: PaperWise

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