IT-Recycling: Neuer Branchenstandard zur Messung ökologischer Gewinne

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Foto: Pixabay

Inrego SE und das Umweltforschungsinstitut IVL Svenska Miljöinstitutet in Schweden präsentieren ein neues Datenbankmodell, mit dem sich die ökologischen Einsparungen beim Recycling von IT-Ausrüstung ermitteln lassen.

Das offene Modell steht der gesamten IT-Recyclingbranche kostenlos zur Verfügung und kann auch von anderen Interessierten genutzt werden, die mehr über den Nutzen des IT-Recyclings wissen möchten. Das Ziel ist, einen Standard für die gesamte Branche zu schaffen, der Unternehmen und anderen Organisationen den Einkauf und die Veräußerung von IT-Ausrüstung erleichtert.

Auf wissenschaftlicher Grundlage

Die neue Datenbank wurde unabhängig und auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelt. Sie dient zur Berechnung der Umwelteffekte von IT-Ausrüstung auf dem Niveau der Bauteile. Das Modell enthält Angaben zu vielen unterschiedlichen Kategorien von IT-Produkten, zum Beispiel Notebooks, Monitore, Smartphones, Tablets, Drucker, und auch Zubehör wie Adaptern, Tastaturen und Arbeitsspeichern.

„Wir beschäftigen uns seit mehr als 25 Jahren mit der Wiederverwendung von IT-Ausrüstung. Dabei zeigt sich, dass die Einkäufer zunehmend mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen. Deswegen freuen wir uns, jetzt ein Werkzeug vorlegen zu können, mit dem alle IT-Investoren auf einfache Weise erkennen, welche ökonomischen und ökologischen Vorteile der Einsatz aufbereiteter Produkte hat. Wir hoffen darauf, dass unser Tool für diese Art von Berechnungen zum Standard wird und dann branchenweit eingesetzt wird“, sagt Erik Pettersson, Umweltchef bei Inrego.

Die Nutzung aufbereiteter Geräte populärer machen

Heutzutage kann im Prinzip sämtliche IT-Ausrüstung überholt und wieder nutzbar gemacht werden. Dies bringt sowohl wirtschaftlich als auch für die Umwelt große Gewinne. Die Berechnungen im Modell setzen voraus, dass die Wiederverwendung eines Produktes dazu führt, dass ein neu erzeugtes, ähnliches Produkt gar nicht angeschafft und damit auch gar nicht erst hergestellt wird. Der Erwerb eines aufbereiteten Notebooks statt eines Neugerätes mindere die Kohlendioxidemissionen um durchschnittlich 280 Kilogramm, sagt Inrego. Die Wiederverwendung von Monitoren erbringe noch größere Vorteile – durchschnittlich 520 Kilogramm Kohlendioxid weniger.

Das neue Datenbankmodell, das Inrego gemeinsam mit „IVL Svenska Miljöinstitutet“ entwickelt hat, ist angeblich von der Art her etwas ganz Besonderes: „Es analysiert die Auswirkungen sämtlicher Komponenten, zudem lässt es sich einfach um neue Produkte und Komponenten erweitern, sobald diese auf dem Markt sind. Damit haben Einkäufer gänzlich neue Möglichkeiten, bei Investitionen in IT-Ausrüstung die Klimaauswirkungen zu ermitteln.“

„Wir hoffen, damit die Nutzung aufbereiteter Geräte populärer zu machen. Das Modell lässt sich von Unternehmen nutzen, die für ihre Kunden die Klimavorteile von Recycling-Ausrüstung errechnen wollen. Auch andere Organisationen können damit Messungen durchführen und herausfinden, wie sich durch IT-Wiederverwendung die Klimaauswirkungen senken ließen“, erläutert Jonatan Wranne von IVL Svenska Miljöinstitutet.

Das Werkzeug ist in Berichtsform auf den Websites von Inrego und IVL verfügbar. Es lässt sich auch dafür nutzen, Umwelteinsparungen anderer Sektoren zu berechnen, in denen Recycling ebenfalls möglich sein könnte. Außer der Datenbank gibt es eine strukturierte Beschreibung, wie sich von anderen Akteuren und Branchen entsprechende Datenbanken entwickeln ließen.

Quelle: Inrego SE

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