Gegen Einweg-Plastikflaschen: 138.000 Unterschriften an Nestlé überreicht

718
Schauspieler, Autor und Umweltaktivist Hannes Jaenicke und Vertreterinnen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) haben am vergangenen Freitag (13. März 2020) gemeinsam 138.000 Unterschriften an den Geschäftsführer von Nestlé Waters, Marc Honold, übergeben (Foto: DUH / ZINO PETEREK)

Petenten fordern Ende der umwelt- und klimaschädlichen Vittel Einweg-Plastikflaschen: Einwegflaschen aus Recyclingmaterial seien Showprodukte und lassen Abfallberge nicht kleiner werden. Neu eingeführte Mehrwegflaschen für Vittel-Mineralwasser aus Frankreich sind ein PR-Gag und lösen die Umweltprobleme nicht. Regional abgefülltes Wasser in Mehrweg ist die ökologischste Wahl.

Schauspieler, Autor und Umweltaktivist Hannes Jaenicke und Vertreterinnen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) haben am vergangenen Freitag (13. März 2020) gemeinsam 138.000 Unterschriften an den Geschäftsführer von Nestlé Waters, Marc Honold, übergeben. Mit den Stimmen senden die Verbraucherinnen und Verbraucher ein klares Signal an den Großkonzern: Sie haben die Nase voll von Millionen unnötig hergestellten und klimabelastenden Einweg-Plastikflaschen. Auch der besonders lange Transport des Mineralwassers aus der französischen Region Vittel über Ländergrenzen hinweg stößt auf scharfe Kritik und Unverständnis.

„Riesen-Konzerne wie Nestlé tragen dazu bei, dass wir im Plastikmüll versinken und der Klimawandel immer weiter angeheizt wird. Die ressourcen- und energieintensive Herstellung zig Millionen unnötiger Einweg-Plastikflaschen trägt erheblich zu diesem Problem bei und die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen, dass es gelöst wird. Das zeigen die mehr als 138.000 Unterschriften gegen die Vittel Einweg-Plastikflaschen. Es muss Schluss sein mit verschwenderischen Einwegverpackungen. Wir schützen unseren Planeten, in dem wir auf regionale Quellen, eine nachhaltige Wasserentnahme und die Verwendung wiederbefüllbarer Mehrwegflaschen setzen. Nestlé ist hier in der Verantwortung“, sagte Hannes Jaenicke bei der Petitionsübergabe vor der Nestlé Konzernzentrale in Frankfurt am Main.

Lackmustest für die Glaubwürdigkeit des Konzerns

„Das Verhalten von Nestlé nach unserer Petitionsübergabe ist der Lackmustest für die Glaubwürdigkeit des Konzerns. Wir fordern Konzernchef Marc-Aurel Boersch auf, endlich eine wirklich nachhaltige Produkt- und Verpackungspolitik einzuleiten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher boykottieren zunehmend das Vittel-Mineralwasser in Einweg-Plastikflaschen. Der eingeführte 6er Kasten mit französischem Vittel-Wasser in Glas-Mehrwegflaschen ist ein reiner Werbegag. Nestlé sollte vollständig auf regionale Quellen, wiederverwendbare Mehrwegflaschen und kurze Transportwege setzen“, sagte Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH bei der Übergabe.

Metz weiter: „Der durschaubare Versuch von Nestlé den riesigen Müllberg aus Einweg-Plastikflaschen durch den vollständigen Einsatz von Recyclingmaterial schönzureden läuft ins Leere. Einweg-Plastikflaschen aus 100 Prozent Rezyklat sind reine Showprodukte. Durch Sie werden die Abfallberge nicht kleiner und keine der unnötigen Einwegflaschen weniger hergestellt. Auch andere Einwegverpackungen, wie die besonders unökologischen Nespresso-Kaffeekapseln, müssen der Vergangenheit angehören. Bei der Verpackungspolitik nur auf Recycling von Einweg zu setzen, greift zu kurz. Mehrweg und anschließendes Recycling ist besser als Einweg und Recycling.“

Quelle: Deutsche Umwelthilfe