Magazin EU-Recycling 03/2020: Kreise müssen geschlossen werden

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Foto: Yucel Yilmaz / stock.adobe.com

Es gibt keine Dreiviertel-Kreise. Ein Zirkel muss rund und geschlossen sein. Das hat offenbar die Bundesregierung noch nicht ganz begriffen, sondern einen Kabinettsbeschluss zur Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie verabschiedet, der hinsichtlich Kreislaufwirtschaft zu wünschen übrig lässt. Statt Vorgaben zu machen, um den „closed loop“ zu einer Circular Economy zu schließen, wurde auf einen verpflichtenden Rezyklatanteil in bestimmten Produkten verzichtet und wieder mal auf Freiwilligkeit gesetzt.

Nach Ansicht von BDE-Präsident Peter Kurth sei dieser wenig ambitionierte Entwurf des Bundesumweltministeriums in den Beratungen mit den anderen Ressorts nochmals verwässert worden. Außerdem werde trotz vielfacher gesetzlicher Regelungen auch weiterhin die nachhaltige Beschaffung von Recyclingmaterial an der täglichen Praxis scheitern.

Ebenso ist die von Bundesumweltministerium neu ins Spiel gebrachte „Obhutspflicht“ für den Umgang mit Retouren kein legislatorisches Ruhmesblatt. Sie legt keine Verbindlichkeiten fest, sondern schreibt lediglich die Möglichkeit fest, zukünftig eine Verordnung zu erlassen. Sie betrifft nur bestimmte Stoffe, macht keinerlei Angaben zur Umsetzung, lässt Strategien zur Abfallvermeidung vermissen, besitzt kaum Lenkungswirkung für die Verbraucher und hat keinen Einfluss auf die mögliche Rückführung der Materialien in den Wertstoffkreislauf. Nebenbemerkung: Die jetzige Steuergesetzgebung unterstützt indirekt sogar das Wegwerfen, da Firmen für das Spenden von Artikeln Umsatzsteuer zahlen müssen; Entsorgen ist billiger.

EU-Recycling 03/2020

Erfreulicherweise haben diese Probleme keinen Einfluss auf die fortschreitende Digitalisierung in der Abfallwirtschaft. Wie der Schwerpunkt dieser Ausgabe zeigt, ermöglicht die intelligente Abfallwirtschaft 4.0 die „smarte“ Abfalltonne, eine bedarfsgerechte Entsorgung von Abfällen durch Wertstoffscanner in den Abfallfahrzeugen und entsprechendes Feedback für die Bürger. Digital lassen sich Transportdaten effizient und geschützt sowohl intern wie extern austauschen. Künstliche Intelligenz hilft, die Sortiersicherheit zu erhöhen, Abläufe besser aufeinander abzustimmen und den Materialfluss zu optimieren. Entsprechend konnte das erste bvse-Digitalisierungsseminar Ende November 2019 den Siegeszug mobiler Endgeräte als Informationsbeschleuniger ver­melden.

Das und vieles andere können Sie in der neuen Ausgabe erfahren.

Zur Leseprobe der EU-Recycling-Ausgabe 03/2020: Blätterseiten / PDF-Datei

Quelle: MSV GmbH

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