Urbane Bioökonomie: 9. Deutscher Nachhaltigkeitspreis Forschung

949
Kaffeesatz landet vielfach einfach im Restmüll, obwohl er zur Herstellung hochwertiger Outdoortextilien oder Kaffeebecher verwendet werden kann (Foto: Pixabay)

Wettbewerbsstart: Gesucht werden explizit auch Akteure aus den Bereichen Abfall, Ver- und Entsorgung.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) lobt den 9. Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung zum Thema „Urbane Bioökonomie“ aus. Anders als in den Vorjahren stehen diesmal nicht abgeschlossene Projekte, sondern innovative Ideen im Mittelpunkt. Diese sollen bei einem Makeathon am 18./19. Juni im BMBF entwickelt werden. Ab sofort können sich Interessenten aus Forschung, Wirtschaft und Kommunen um die Teilnahme am Makeathon bewerben. Der Preis für die beste Projektidee wird am 4. Dezember 2020 bei der Gala des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in Düsseldorf verliehen.

Jede Stadt ist eine gigantische und vielseitige Quelle für biologische Roh- und Reststoffe, die dort täglich hinein- und hinausgelangen. So fallen beispielsweise in Berlin täglich circa 1.000.000 Bananenschalen, 62 Tonnen Kaffeesatz, 40 Tonnen Grünschnitt und 2200 Tonnen Lebensmittelabfälle an. Bisher landen solche Stoffe zu großen Teilen einfach im Abfall – obwohl zum Beispiel Kaffeesatz bereits heute als Bestandteil zur Herstellung hochwertiger Outdoortextilien oder Kaffeebecher verwendet werden kann.

Dass es auch anders geht, zeigt die urbane Bioökonomie, eine noch junge Wissenschaftsdisziplin: Ihre Vision ist eine Stadt, in der biologische Roh- und Reststoffe intelligent geleitet und hochwertig genutzt werden. Eine Stadt, die wichtige Teile ihrer Nahrung mit innovativen Methoden selbst produziert und im Kreislauf hält. Eine Stadt, in der kreative digitale Lösungen die Erfassung und den Transport dieser Stoffe überhaupt erst möglich machen. Das BMBF stellt deshalb die Suche nach innovativen Lösungen für die urbane Bioökonomie in den Mittelpunkt des diesjährigen Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung.

Im Rahmen eines Makeathons am 18./19. Juni 2020 im BMBF in Berlin sollen interdisziplinäre Teams gemeinsam Ideen zu folgenden Fragestellungen entwickeln: Wie lassen sich Lebensmittel im urbanen Raum nachhaltig produzieren, nutzen und verwerten? Wie kann innovativ mit allem umgegangen werden, was bisher als biologischer Rohstoff in die Stadt hineinkommt oder als Abfall die Stadt verlässt?

Bewerben können sich bis zum 30. April 2020 Forscher/innen, Doktorand/innen, Studierende, Young Professionals, Vertreter/innen aus Unternehmen, Politik und Verwaltung sowie Praktiker/innen, die in den Bereichen Bioökonomie, IT, Logistik, Einzelhandel, Gastronomie, Abfall, Ver- und Entsorgung aktiv sind. Die drei besten Projektideen werden bei Kongress und Gala im Rahmen des 13. Deutschen Nachhaltigkeitstages vorgestellt und erhalten ein attraktives Preisträgerpaket.

Teilnahme und weitere Informationen unter: www.forschungspreis.de

Quelle: Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis