Wir können auch ohne: 40 Tage ohne Plastik – BUND ruft zum „Plastikfasten“ auf

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Bild: Pixabay

Obst und Gemüse in Plastiktüten, Plastikflaschen, Trinkhalme, Einweg-Kaffeebecher, Plastikgeschirr: Plastikartikel sind allgegenwärtig und bescheren uns im Alltag eine wahre Plastikflut. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sagt: Wir können auch ohne. Zum vierten Mal ruft der Umweltverband zum Plastikfasten auf und damit während der Fastenzeit soweit es geht auf Plastik zu verzichten.

„Erst wenn wir darauf achten, wie viel Plastik uns im Alltag umgibt, erkennen wir das Ausmaß der Plastikkrise, in der wir uns befinden“, erklärt BUND-Abfallexperte Rolf Buschmann. „Doch durch bewussten Konsum kann jede und jeder von uns etwas tun, um Plastik im Alltag zu vermeiden.“

Von Aschermittwoch bis Ostersonntag möchte der BUND in den sozialen Netzwerken Verbraucherinnen und Verbraucher für die Problematik rund um Wegwerfprodukte und Einwegverpackungen sensibilisieren. Ziel ist es zu zeigen, dass viele Plastikprodukte überflüssig sind oder leicht durch nachhaltigere Alternativen ersetzt werden können. „Wir laden die Menschen ein, genau hinzugucken und zu entscheiden: Brauche ich das Produkt wirklich und wenn ja, gibt es das auch ohne Plastik oder kann ich das Produkt anders als in Plastikverpackungen transportieren?“, sagt Buschmann und rät: „Ob im Bad, beim Einkauf, der Kleidung oder unterwegs: Am einfachsten ist es, sich einzelne Bereiche des täglichen Lebens vorzunehmen und hier Verbesserungen anzustreben.“ Der BUND ruft die an der Aktion Teilnehmenden dazu auf, unter dem Hashtag #plastikfasten auf Instagram, Twitter, Facebook und YouTube über ihre Erfahrungen zu berichten und Tipps zum Plastiksparen untereinander auszutauschen.

„Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Einkauf bewusst planen, eine plastikfreie Einkaufliste schreiben und wiederverwendbare Beutel und Transportboxen einpacken, verursachen wir bei jedem Einkauf weniger Plastikmüll in Form von Einwegtüten. Kaufen Konsumenten dann noch Produkte ohne Plastikverpackung und stattdessen in Mehrweggefäßen, Produkte in Verpackungen aus Papier und Pappe oder gar unverpackt, reduzieren wir die Mengen an unnötigem Plastik deutlich“, ist Buschmann überzeugt: „In vielen Städten gibt es inzwischen Unverpacktläden. Den Vorrat an Nudeln oder Putzmittel einfach mal dort kaufen, in vorhandene Behälter füllen und so nachhaltig einkaufen.“ Um den Teilnehmenden des Plastikfastens eine Hilfestellung zum plastikfreien Einkaufen an die Hand zu geben, hat der BUND eine Online-Karte entwickelt. Darauf sind Läden, Märkte und Milchtankstellen vermerkt, die plastikfreie oder unverpackte Produkte anbieten.

Wenn es beim Einkauf im Supermarkt nicht möglich ist, auf Plastikverpackungen zu verzichten, rät der BUND Verbrauchern, den Plastikmüll im Einkaufsladen zu lassen. „Auf diesem Weg setzen Endverbraucher ein deutliches Zeichen dafür, dass die Vermeidung von Plastikmüll nicht nur ihre Aufgabe ist, sondern vor allem in der Verantwortung von Handel und Herstellern liegt“, sagt der BUND-Abfallexperte.

Einen Tipp für Berufstätige hat Rolf Buschmann noch: „Wer im Büro Mehrweg-Dosen vorrätig hat, braucht in der Mittagspause nicht aus zum Teil gesundheitlich bedenklichen Wegwerfschachteln zu essen, sondern kann das Mittagessen mit gutem Gewissen aus wiederverwendbaren Essens-Behältern verspeisen.“

Aus Sicht des BUND gibt es viele gute Gründe, das Plastikfasten das gesamte Jahr über zu betreiben. „Ein möglichst plastikfreies Leben von möglichst vielen Menschen ist unser langfristiges Ziel. Die siebenwöchige Aktion kann dafür ein guter Einstieg sein“, so Buschmann abschließend. „Dauerhaftes Plastikfasten ist letztendlich gut für unsere Gesundheit sowie für die Intaktheit unserer Natur und Umwelt.“

Mehr Informationen zum #plastikfasten

Der BUND ruft die an der Aktion Teilnehmenden dazu auf, unter dem Hashtag #plastikfasten über Instagram, Twitter, Facebook und YouTube über ihre Erfahrungen zu berichten und Tipps dazu untereinander auszutauschen: Link

Zur Online-Karte für den plastikfreien Einkauf

Quelle: BUND