Wie die Mode der Zukunft umweltverträglicher gestaltet werden kann

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Foto: Pixabay

Auf einer Veranstaltung im Bundesumweltministerium im Rahmen der „Berlin Fashion Week“ vom 13. bis 17. Januar 2020 diskutierte die Branche, wie Politik, Modedesign und Textilindustrie dazu beitragen können, die Mode der Zukunft umweltverträglich zu gestalten.

Impulse geben der Modedesigner Hussein Chalayan sowie Dr. Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von Vaude. Bei der gestrigen Veranstaltung diskutierte Bundesumweltministerin Svenja Schulze zusammen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Florian Pronold mit Vertretern der Modeindustrie, wie man nachhaltige Mode fördern kann. Vorgestellt wurden dabei vier junge Modedesignerinnen und Modedesigner, die Nachhaltigkeit in ihre kreative Arbeit integrieren. Sie sind die Gewinner des „German Sustain Concepts“, einem Förderprogramm des Fashion Council Germany für den Nachwuchs. Für diesen Preis hat das Bundesumweltministerium die Schirmherrschaft.

Immer mehr, immer billiger, immer schneller?

Bundesumweltministerin Schulze: „Seit Jahren gibt es Entwicklungen im globalen Textilsektor, die nicht nachhaltig sind: immer mehr, immer billiger, immer schneller. Die Kosten der globalen Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung stehen leider nicht auf dem Preisschild am Produkt. Aber: Mode kann Veränderungen auslösen, die weit über Design und Stil hinausgehen. Mode ist auch gesellschaftspolitisch relevant. Es ist an der Zeit, die innovative Kraft der Mode stärker für den Schutz unseres Planeten zu nutzen.“

Spätestens seit der Jahrtausendwende entwickelt sich die globale Bekleidungsindustrie in die falsche Richtung. „Fast Fashion“ bezeichnet die immer kürzere Zeitspanne zwischen Kollektionen – die großen Modeketten bringen mitunter mehr als zwanzig pro Jahr in die Geschäfte. Damit einher geht das schnelle Kopieren neuester Modetrends zu niedrigen Preisen. Bereits heute kauft jede beziehungsweise jeder Deutsche rund sechzig neue Kleidungsstücke pro Jahr. Gleichzeitig hat sich seit dem Jahr 2000 die Trage- und Besitzdauer von Bekleidung in Deutschland halbiert. 40 Prozent der gekauften Kleidung wird nie oder nur selten getragen.

Quelle: Bundesumweltministerium

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