Umicore: Stabiles Halbjahresergebnis in einem herausfordernden Marktumfeld

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Quelle: Umicore AG

Im ersten Halbjahr 2019 erzielte Umicore, trotz herausfordernder Bedingungen in wichtigen Industriezweigen und gesunkenem Verbrauchervertrauen, insbesondere im Automobilsektor, stabile Ergebnisse mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro und einem bereinigten EBIT von 240 Millionen Euro. Der Free Cashflow* verbessert sich wesentlich Jahr um Jahr.

Das Unternehmen verbuchte höhere Umsätze im Geschäftsfeld Catalysis, die deutlich über dem rückläufigen Automobilmarkt liegen und profitiert von Marktanteilsgewinnen bei Pkw mit Benzinmotoren und der zunehmenden Einführung von Benzinpartikelfiltern in Europa und China. Im Geschäftsfeld Energy & Surface Technologies steht Umicore, wie im April bekanntgegeben, einem vorrübergehenden Nachfragerückgang von Kathodenmaterial gegenüber und hat seine Investitionsausgaben dem momentanen langsameren Wachstum  angepasst. Die mittel- und langfristigen Grundlagen hinter den Unternehmensaktivitäten für wiederaufladbare Batteriematerialien sind durch die Elektrifizierung, die stark durch die Gesetzgebung in Schlüsselregionen unterstützt wird, und einer Technologie-Roadmap, die ausreichend Spielraum für Innovation und Differenzierung bietet, intakt.

Im Geschäftsfeld Recycling haben sich die Durchflussraten im Werk in Hoboken nach der Investition, die während der planmäßigen Wartungsabschaltung zu Beginn des Jahres durchgeführt wurde, signifikant verbessert. Dennoch waren die Volumen im ersten Halbjahr aufgrund der Abschaltung der Schmelze geringer. Die Metallpreise und das allgemeine Marktumfeld haben sich in diesem Zeitraum positiv ausgewirkt.

  • Umsatz von € 1,6 Milliarden (-3% gegenüber dem Vorjahr)
  • Bereinigtes EBITDA von € 357 Millionen (-2% gegenüber dem Vorjahr)
  • Bereinigtes EBIT von 240 Millionen (-8% gegenüber dem Vorjahr)
  • ROCE (Kapitalrendite) von 12,3% (gegenüber 16,6% im ersten Halbjahr 2018)
  • Bereinigter Nettogewinn (Konzernanteil) von € 151 Millionen (-8% gegenüber dem Vorjahr)
  • Bereinigter Gewinn pro Aktie von € 0,63 (-9% gegenüber dem Vorjahr)
  • Cashflow aus Geschäftstätigkeiten von € 308 Millionen (€ 102 Millionen im ersten Halbjahr 2018) und Free Cashflow aus Geschäftstätigkeiten1 von € 50 Millionen (- € 104 Millionen im ersten Halbjahr 2018) einschließlich stabilem Betriebskapital gegenüber Ende 2018
  • Netto-Finanzschulden von € 1.059 Millionen entsprechend einer durchschnittlichen Nettoverschuldung / bereinigtem EBITDA-Verhältnis von 1,34.

*Free Cashflow aus Geschäftstätigkeiten = Cashflow aus Geschäftstätigkeiten – Capex – aktivierte Entwicklungskosten. Hinweis: Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich alle Vergleiche auf das erste Halbjahr 2018.

Umicore hat die Fälligkeit seiner Verbindlichkeiten zu historisch niedrigen fixen Bedingungen durch den erfolgreichen Abschluss eines US Private Placement über 390 Millionen Euro mit Laufzeiten von sieben bis zwölf Jahren verlängert. Am 27. August wird  eine Zwischendividende von 0,375 Euro pro Aktie ausgezahlt. Gemäß der üblichen Dividendenpolitik entspricht dies der Hälfte der Brutto-Jahresdividende für das Geschäftsjahr 2018.

Umicore bekennt sich zu seiner langfristigen Strategie für Materialien für saubere Mobilität sowie Recycling und investiert weiterhin in Forschung & Entwicklung sowie Kapazitätserweiterung zur Unterstützung des Wachstums seiner Geschäfte. In Catalysis wurde die neue Produktionslinie in Polen im zweiten Quartal in Betrieb genommen, während die neuen Kapazitäten in China bis Ende 2019 betriebsbereit sein werden. Bei Rechargeable Battery Materials wurde mit dem Bau des neuen Werks in Polen begonnen. Das neue Werk in China wird nach dem Sommer mit einem angepassten Zeitplan für die Installation neuer Linien in Betrieb gehen.

Umicore hat ebenfalls im Mai zwei wichtige Schritte zum Ausbau seiner integrierten und nachhaltigen Wertschöpfungskette für Batteriematerialien bekannt gegeben: Die Vereinbarung zum Erwerb der Kobalt- Raffination und der Kathodenvorprodukt-Aktivitäten von Freeport Cobalt in Kokkola, Finnland, sowie eine langfristige Partnerschaft mit Glencore zur Kobaltversorgung.

Bestätigter Ausblick

Wie im April bekannt gegeben, erwartet Umicore – ausgehend von gleichbleibenden Marktbedingungen – am Jahresende ein um Sondereinflüsse bereinigtes EBIT im Bereich von 475 bis 525 Millionen Euro. Für das Geschäftsfeld Catalysis erwartet Umicore eine Entwicklung weiterhin besser als der Automobilmarkt sowie eine Steigerung des bereinigten EBIT für das Gesamtjahr gegenüber dem Vorjahr. Das Geschäftsfeld Energy & Surface  Technologies steht weiterhin herausfordernden Marktbedingungen in wichtigen Endmärkten gegenüber. In Verbindung mit dem Effekt niedriger Kobaltpreise, Marktteilnehmern mit unethischen Versorgungsketten sowie den Kosten für Neuinvestitionen erwartet das Geschäftsfeld ein bereinigtes EBIT für das Gesamtjahr deutlich unter dem Vorjahresniveau. Im Geschäftsfeld Recycling erwartet Umicore, von den verbesserten Durchflussraten in Hoboken zu profitieren. Kombiniert mit einem vorteilhaften Versorgungsmix und höheren Preisen bestimmter Metalle bedeutet dies, trotz der Auswirkungen des Feuers in Hoboken im Juli, ein Wachstum des bereinigten EBIT für das Gesamtjahr gegenüber dem Vorjahr.

Quelle: Umicore