„Grüne Apps“ – Digitalisierung kann Konsum nachhaltiger machen

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Produktinformation, Kaufentscheidung und Lieferung – Konsum 4.0 ist kein Selbstläufer.

Personalisierte Werbung, Instant-Lieferungen, virtuelle Einkaufsassistenten und kontaktloses Bezahlen: Konsum und Digitalisierung sind mittlerweile eng verbunden. Ob dies zu steigenden Umweltbelastungen führt, ist laut eines Berichts des Umweltbundesamtes (UBA) derzeit noch offen. Die Analyse zeigt jedoch, dass die Digitalisierung gute Chancen bietet, Ressourcen effizienter zu nutzen, zum Beispiel durch Second-Hand-Plattformen oder sogenannte „Grüne Apps“. Die Umweltpolitik muss derartige nachhaltige Entwicklungen stärker unterstützen und kommunizieren.

Die Digitalisierung verändert die Art wie wir arbeiten, produzieren, kommunizieren, aber auch, wie wir konsumieren. Smarte Bestellmöglichkeiten können Kauf-, Zahlungs- und Liefervorgänge mit nur einem Tastendruck oder per Sprachkommando auslösen. Neue Logistikverfahren ermöglichen Sofort-Lieferungen am selben Tag und digitale Bezahlverfahren beschleunigen und vereinfachen Kaufvorgänge.

Was eine Analyse des UBA zeigt

Eine Analyse des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt, dass Online-Bestellungen auf dem Land oft CO2-Emissionen einsparen. Begründung: Die Sammlung vieler Sendungen durch die Post ersetzt die einzelnen Einkaufsfahrten der Konsumenten. Anders sieht es aus bei Sofort-Lieferdiensten wie Instant-Lieferung oder Same-Day-Lieferung. Diese verursachen vergleichsweise hohe CO2-Emissionen, denn die Sendungen können nicht mehr gesammelt ausgeliefert werden.

Personalisierte Werbung stärkt die Einflussmöglichkeiten der Händler und Hersteller. Durch Produktplatzierungen, virale Kampagnen und Produktbewertungen werden Kaufentscheidungen gefördert, die auf eine Steigerung des Konsums ausgerichtet sind. Zugleich kann durch die große Reichweite der digital aktiven Konsumenten über Social Media und Bewertungswebsites verstärkt Druck auf Hersteller ausgeübt werden, sich umweltfreundlicher aufzustellen, etwa auf Plastikverpackungen zu verzichten oder langlebigere Produkte zu produzieren.

Vor allem grüne Apps und Websites bieten große Chancen, nachhaltige Konsumentscheidungen zu treffen, existierende Güter länger oder effizienter zu nutzen und so Umweltbelastungen zu verringern: Über manche Apps reicht ein Scan des Barcodes aus, um sich über die Schadstoffe in Produkten oder ihre Produktionsweise zu informieren. Bei manchen können gebrauchte Kleidungsstücke gehandelt, getauscht oder verschenkt werden. Es gibt Apps, um Mitfahrgelegenheit zu finden oder per App übriges Brot vom Bäcker zu holen, das normalerweise der Lebensmittelverschwendung zum Opfer fiele.

Quelle: Umweltbundesamt