Ausgleichszertifikate für CO2-Steuern: Studie will Wissenslücke schließen

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Kraftwerk Frimmersdorf (Quelle: Wikimedia Commons/cakepiece 2018)

Die Nutzung von Instrumenten zur Kohlenstoffbepreisung ist derzeit auf dem Vormarsch. In letzter Zeit hat sie innovative Hybridformen hervorgebracht: Dazu gehören CO2-Steuern, die den Gebrauch von Kompensationszertifikaten aus Emissionsquellen gestatten, die nicht von der CO2-Steuer abgedeckt sind.

In der Studie „The potential impacts of a domestic offset component in a carbon tax on mitigation of national emissions“, verfolgen Hanna Wang-Helmreich und Nicolas Kreibich aus dem Forschungsbereich Internationale Klimapolitik in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut das Ziel, eine bedeutende Wissenslücke in der bestehenden Literatur zu schließen. Dafür untersuchten sie die möglichen Auswirkungen von inländischen Kompensationskomponenten in CO2-Steuern auf die Minderung nationaler Emissionen.

Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Einsatz von Kompensationszertifikaten in CO2-Steuern die Minderung der nationalen Emissionen sowohl positiv – etwa wegen realer Emissionsminderungen in Kompensationsprojekten oder positiver Spillover-Effekte als Verhandlungsmasse in politischen Verhandlungen – als auch negativ beeinflussen kann. Dies könnte entstehen durch eine Gefährdung der ökologischen Integrität, Emissionsanstieg in Emissionsquellen, die von der CO2-Steuer abgedeckt sind, Lock-in-Effekte, Widerstand gegen weitere Klimaschutzmaßnahmen für Emissionsquellen, die Kompensationszertifikate generieren, genereller Widerstand gegen Kompensationen, der sogar die Einführung der gesamten CO2-Steuer verhindern kann.

Die Studie identifiziert Optionen, die genutzt werden könnten, um die potenziellen positiven Auswirkungen der Einführung einer Kompensationskomponente für eine CO2-Steuer zu erhöhen und damit verbundene Risiken zu mindern. Hierbei verweist sie gegebenenfalls auf die Länderbeispiele.

Der Artikel ist in ScienceDirect erschienen.

Quelle: Wuppertal Institut