„Jugend forscht“ prämiert Bioreiniger für Textilabwässer

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Sonderpreisübergabe an Fritz Henke vor großem Publikum in Chemnitz (Bildquelle: Stiftung Jugend forscht e.V.)

Im 54. Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ ist Fritz Henke in Chemnitz mit dem von Bundesministerin Julia Klöckner gestifteten Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ in Höhe von 1.500 Euro ausgezeichnet worden. Der 18jährige Gymnasiast aus Markersdorf bei Görlitz erhielt den Preis für seine Arbeit „Chitosan – BioPolyMeer zur Farbstoffadsorption“.

Den diesjährigen Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ vergab die Jury für die Entwicklung eines günstigen Mittels zur Reinigung von umweltbelastenden Textilabwässern. Der Jungforscher modifizierte das Chitosan zunächst chemisch, woraufhin er ein zähes Gel und kleine, feste Perlen erhielt. Beide setzte er dem Azofarbstoff Allurarot AC, aus der Lebensmittelindustrie bekannt als E129, zu und beobachtete, unter welchen Bedingungen die Farbe am besten adsorbiert wurde. Es stellte sich heraus, dass das Gel deutlich mehr Farbstoff aufnehmen konnte als die Perlen und ein saurer pH-Wert für die Adsorption wichtig ist. Bei Zugabe von verdünnter Natronlauge desorbiert der Farbstoff wieder, sodass der biologische Reiniger erneut eingesetzt werden kann.

Azofarbstoffe sind die bedeutendsten synthetischen Farbstoffe, die bereits seit dem 19. Jahrhundert vor allem in der Textilindustrie zum Einsatz kommen. Sie gelten gesundheitlich als bedenklich.

Mit den Sonderpreisen „Nachwachsende Rohstoffe“, die auf regionaler und Bundesebene verliehen werden, honoriert das BMEL das Engagement der Jungforscherinnen und Jungforscher. Neben dem jetzt verliehenen Bundespreis zeichnete das BMEL in der aktuellen Wettbewerbsrunde 60 weitere Projekte auf Regionalebene aus, bei denen sich vornehmlich Schülerinnen und Schüler mit biobasierten Produkten und Energieträgern befassten.

Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

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