Biodiversität: Europäer erwarten, dass die EU zum Schutz der Artenvielfalt tätig wird

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Die Europäerinnen und Europäer sind zunehmend besorgt über den Zustand von Natur und Klima und den Verlust an Biodiversität. In einer am 6. Mai veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage geben 96 Prozent aller Befragten an, dass es in unserer Verantwortung liegt, die Natur zu schützen; in Deutschland denken das 98 Prozent.

Der Bericht des Weltbiodiversitätsrates IPBES zur Biodiversität und Ökosystemleistungen zeigt den Zustand der biologischen Vielfalt weltweit auf – und legt dar, wie die Menschheit eine ökologische Krise verhindern kann.

Für 98 Prozent der Deutschen stellen die Verschmutzung von Luft, Böden und Wasser eine Bedrohung für die Biodiversität dar. 68 Prozent der Deutschen sehen die Artenvielfalt dadurch sogar „sehr“ bedroht, ein Anstieg um elf Prozentpunkte seit 2015. 97 Prozent der in Deutschland Befragten sind der Meinung, dass Umweltschutz auch für die Bekämpfung des Klimawandels wesentlich ist. EU-Umweltkommissar Karmenu Vella erklärte: „Die jüngste Eurobarometer-Umfrage zur Biodiversität zeigt drei Dinge sehr deutlich: Den Europäerinnen und Europäern sind die Natur und die biologische Vielfalt wichtig; sie sehen den Klimawandel und den Verlust der Biodiversität als zwei Teile eines Ganzen und sie erwarten, dass die EU tätig wird, um die Natur zu schützen. Zusammen mit den soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen, die heute vom IPBES veröffentlicht werden, ergeben sich für die Kommission daraus die Verpflichtung und die Aufgabe, auf ein starkes globales Übereinkommen für Natur und Mensch im Jahr 2020 hinzuarbeiten.“

Die wichtigsten Ergebnisse der neuen Eurobarometer-Umfrage zur Biodiversität:

  • Der Bekanntheitsgrad des Begriffs „Biodiversität“ ist gestiegen. Über 70 Prozent der Europäerinnen und Europäer geben an, davon gehört zu haben.
  • Die größten wahrgenommenen Bedrohungen für die Biodiversität sind die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser, von Menschen verursachte Katastrophen und der Klimawandel. Die intensive Land- und Forstwirtschaft und die Überfischung, die die wichtigsten Faktoren für den Verlust an biologischer Vielfalt sind, werden zunehmend, aber noch nicht vollständig als die größten Bedrohungen für die Biodiversität anerkannt.
  • Seit dem letzten Eurobarometer zur Biodiversität im Jahr 2015 ist das Verständnis der Bürger für die Bedeutung der Biodiversität für den Menschen gestiegen. Die große Mehrheit ist der Ansicht, dass wir eine Verantwortung dafür tragen, die Natur zu schützen (96 Prozent), und dass der Naturschutz für die Bekämpfung des Klimawandels grundlegend ist (95 Prozent). Es gab auch einen deutlichen Anstieg der Anzahl von Personen, die voll und ganz zustimmen, dass Biodiversität unverzichtbar für die Herstellung von Lebensmitteln, Brennstoffen und Medikamenten ist (91 Prozent), und denken, dass Biodiversität und eine intakte Natur wichtig für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung sind (92 Prozent).
  • Die meisten Europäerinnen und Europäer sind nicht gewillt, die Schädigung oder Zerstörung der Natur in geschützten Gebieten für die wirtschaftliche Entwicklung in Kauf zu nehmen. Mindestens zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, dass Naturschutzgebiete wie Natura 2000 sehr wichtig für den Schutz gefährdeter Tiere und Pflanzen (71 Prozent), zur Verhinderung der Zerstörung einzigartiger Naturgebiete an Land und im Meer (68 Prozent) sowie für den Schutz der Natur als Lieferant von Nahrungsmitteln sowie von sauberer Luft und sauberem Wasser (67 Prozent) sind.
  • Die meisten Bürgerinnen und Bürger halten Maßnahmen auf EU-Ebene im Bereich biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen für geeignet. Die Befragten nannten als wichtigste Maßnahmen der EU zum Schutz der Biodiversität die Wiederherstellung der Natur und der biologischen Vielfalt, um Schäden auszugleichen, sowie eine bessere Information der Öffentlichkeit über ihre Wichtigkeit.

Hintergrund

Die Umfrage wurde vom 4. bis 20. Dezember 2018 in den 28 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt. 27.643 Teilnehmer aus verschiedenen sozialen und demografischen Gruppen wurden persönlich zu Hause und in ihrer Muttersprache befragt.

Quelle: EU-Kommission