Hochwertige Trinkhalme aus wiederverwendbarem Spezialglas

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Bild: Halm Trading UG

Berliner Startup Halm Trading UG stellt extrem stabile Glastrinkhalme her und setzt sich damit gegen den achtlosen Konsum von Einwegstrohhalmen ein.

Der Plastikstrohhalm: das Symbol für unnötigen Einmalkonsum mit drastischen ökologischen Folgen. Nach circa fünfzehn Minuten im Getränk landet er im Müll und braucht bis zu 450 Jahre zur Zerkleinerung in Mikroplastik. Biologisch abgebaut ist er dann immer noch nicht. Durch 36,4 Milliarden Stück trinken die EU-Bürger pro Jahr laut der Studie von Seas at Risk. Das macht jährlich 71 Strohhalme pro EU-Bürger – vom Baby bis zum Greis. Und das obwohl viele Getränke ganz wunderbar ohne Hilfsmittel zu trinken wären. Die EU-Kommission verabschiedet deswegen Mitte April final das Gesetz, mit dem bis Mitte 2021 Plastikstrohhalme EU-weit verboten werden.

Aber warum bis 2021 warten? Sebastian Müller, Gründer von dem Glastrinkhalm-Startup Halm aus Berlin möchte, dass ab sofort keine Plastikstrohhalme mehr verwendet werden: „Die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile wissen wir alle, dass Plastik der Umwelt schadet. Für Gastronomen und Verbraucher ist es auch nicht schwer, jetzt schon die Gewohnheiten zu ändern. Man kann beispielsweise im Restaurant bei der Bestellung dem Kellner sagen, dass man keinen Strohhalm im Getränk haben möchte.“ Obwohl Müller Trinkhalme verkauft, besteht sein Hauptanliegen darin, die Meere dieser Welt von weiteren Strohhalmen zu entlasten. Er produziert deswegen mit seinem Team wiederverwendbare Halme aus extrem stabilem Spezialglas. „Unsere Glashalme halten locker über 1000 Spülgänge. Von der Stabilität und leichten Reinigung werden noch unsere Urenkel profitieren“, berichtet er.

Idee kam beim Beach-Cleanup

Die Idee entstand gemeinsam mit seiner Partnerin und Mitgründerin Hannah Cheney 2015 an einem Traumstrand in Thailand. Hannah Cheney: „Es war eine richtige Trauminsel, doch der Strand war voller Plastikmüll. Ich habe dann einen Beach-Cleanup organisiert. Innerhalb von zwei Stunden sammelten wir fünfundzwanzig 150 Liter Säcke mit Müll. Gefühlt jedes zweite Teil war ein Plastikstrohhalm. Als wir später bei der Recherche herausfanden, dass täglich drei Milliarden Plastikstrohhalme im Müll landen, haben Sebastian und ich es uns zur Aufgabe gemacht, eine Lösung zu entwickeln.“ Zurück in Berlin kündigten beide ihre Jobs und gründeten im November 2016 Halm. Seit Juni 2017 sind sie mit dem hochwertigen Glastrinkhalm auf dem Markt. Mittlerweile verwenden mehr als 1000 Gastronomen und mehr als 100.000 Endkunden Halm.

Gesund, fair und nachhaltig

„Halm“ wird unter Verwendung von Solarenergie in Deutschland hergestellt, die Verpackung stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft, Menschen mit Handicap des Lebenshilfewerks konfektionieren. „Wir tun alles, damit unsere Trinkhalmlösung die nachhaltigste ist. Die Glassorte ist recycelfähig, und ich habe extra mit allen Produzenten spezielle plastik- und mineralölfreie Wege entwickelt“, erklärt Hannah Cheney. Auch in Sachen Gesundheit gewinne „Halm“ jeden Trinkhalmvergleich. Hannah Cheney beschreibt: „Glas ist am hygienischsten, und dadurch dass unsere Halme komplett BPA frei sind, besteht keine Gefahr, dass sie bei Kindern die Kreidezähne Krankheit verursachen.“

Für jeden Drink den passenden „Halm“

Sebastian Müller: „In den meisten Fällen sind wir gegen Strohhalme. Doch bei frischen Smoothies, mehrschichtigen Cocktails oder auf eleganten Empfängen wie dem Bundespresseball, den wir mit Glastrinkhalmen ausstatten, macht ein Trinkhalm Sinn. Auch Kinder lieben Trinkhalme. Und dafür gibt es uns. Mit Halm kommt kein Müll ins Meer und 100 Prozent des Drink-Geschmacks in den Mund. So kann man mit gutem Gewissen schlürfen.“

Halm-Fans werden unter anderem fündig in Bio- und Unverpackt-Läden, bei Manufactum, in Citti Märkten und Onlineshops wie Avocadostore, Amazon und direkt auf halm.co. Hannah Cheney beschreibt das Sortiment: „Es gibt sechs Varianten in fünf Längen von 10 bis 30 Zentimeter, gerade und gebogen.“ Ein verpacktes Trinkhalmset mit vier Halmen und einer Reinigungsbürste kostet für den Endkunden je nach Größe 17,90 bis 19,90 Euro. Großkunden wie Gastronomen und B2B Kunden können sich ihr individuelles Angebot je nach Stückzahl und Art der Verpackung erstellen lassen. Bei größeren Bestellungen lasert Halm gerne auch individuelle Schriftzüge und Logos auf die Trinkhalme.

Quelle: Halm Trading UG