Forschung und Wirtschaft kooperieren enger beim Recycling

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TU-Institut für Aufbereitung (Foto: Kreutzmann/TU Clausthal)

Recyclingforschung und Recyclingwirtschaft wollen stärker zusammenwachsen. Dies teilte Dr. Dirk Schöps vom Verein Rewimet mit. Dazu fand im Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum (CUTEC) ein Innovations-Workshop zum Metallrecycling statt.

Dieser Workshop steht im Kontext einer europaweiten Vernetzung von Regionen, die im Rohstoff- und Recyclingbereich aktiv sind. In einem durch die EIT Raw Materials, dem weltweit größten und bedeutendsten Konsortium im Bereich Rohstoffe, geförderten Projekt kooperieren hier Regionen aus Schweden, Finnland, Polen und eben dem Harz.

Der Rewimet e.V. arbeitet seit langem mit der TU Clausthal an der Erforschung neuer Technologien für das Metallrecycling. Mitglieder des Vereins sind Recyclingunternehmen, Gebietskörperschaften und wissenschaftliche Forschungseinrichtungen. „Spätestens Mitte des Jahrhunderts laufen wir in einen Versorgungsengpass mit natürlichen Rohstoffen“, erklärte Professor Daniel Goldmann in seinem Einführungsvortrag. Die weiter steigende Weltbevölkerung und der zunehmende Konsum in den Schwellenländern sorgen für einen zusätzlichen Bedarf an Rohstoffen, der nur durch Recycling zu decken sei. Damit sich die Recyclingunternehmen technisch und wirtschaftlich weiter gut entwickeln können, seien Innovationen erforderlich.

Anlagen und Verfahren müssen an andere Abfallströme angepasst werden

Die Workshop-Teilnehmer aus 15 Unternehmen, die in verschiedenen Gebieten tätig sind, brachten Fragestellungen aus den Bereichen Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Stoffstromlenkung und Betriebswirtschaft mit. Durch die Einführung neuer Technologien, wie etwa in der Mobilität oder der Elektrotechnik, verändert sich die Zusammensetzung der Abfallströme. Anlagen und Verfahren müssen daran angepasst werden. Auf der anderen Seite haben die Hersteller neuer Produkte steigende Qualitätsansprüche an die eingesetzten Materialien. Der Einsatz bestimmter Schrotte in der Metallindustrie etwa bereitet aus diesem Grund zunehmende Schwierigkeiten.

Die aufgeworfenen Fragen werden in den nächsten Monaten von Studierenden im Rahmen von Bachelor- oder Masterarbeiten bearbeitet. Aus allen Fachbereichen haben Dozenten am Workshop teilgenommen, die nun die Studierenden bei deren Arbeiten betreuen werden. Ähnliche Workshops, gefördert von der  EU, werden auch in Polen, Schweden und Finnland durchgeführt. Die in allen Ländern bearbeiteten Themen sollen später auch in die Lehre an den Hochschulen einfließen.

Quelle: TU Clausthal

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