„water meets … Future“ – Tagung zu Potenzialen der Wasseraufbereitung

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Mit einer mehrstufigen biologischen Behandlungsanlage für hochbelastete Abwasserströme und flüssige Abfälle erzeugt eine Großmolkerei Biogas (Foto: © EnviroChemie)

Wasserknappheit in Deutschland: Die Auswirkungen karger Sommer und verschwenderischen Wirtschaftens sind längst global zu spüren. Lösungen müssen her, die ausreichend Wasser in entsprechender Qualität bereitstellen. Die Tagung „water meets … Future“ thematisiert nachhaltige Techniken zur Aufbereitung von (Ab-)Wasser und die Potenziale von Digitalisierung in diesem Sektor. Dazu wird die Frage gestellt, ob Wasser auch künftig ein Allgemeingut bleibt. Anmeldungen für die Veranstaltung am 14. März 2019 sind ab sofort möglich.

Das Jahr 2018 wartete mit einem Jahrhundertsommer auf. Die vielen heißen Tage und Sonnenstunden waren aber gleichzeitig auch eine Herausforderung: So wurden als Folge fehlender Niederschläge schlechte Ernten eingefahren, und aufgrund niedriger Pegel der Wasserstraßen stiegen die Heizöl- und Kraftstoffpreise und vieles mehr. All das zeigt, dass Wasser ein essenzielles Gut für Mensch, Tier und Natur ist. Wasser bedeutet Leben. Im Prinzip ist dieses Gut (zumindest in Deutschland) auch stets in großen Mengen vorhanden – jedoch nicht immer in der richtigen Qualität. Welche Mittel und Techniken sind notwendig, um nachhaltig für ausreichend Wasser in entsprechender Qualität zu sorgen?

Für die 9. Ausgabe der Veranstaltungsreihe „water meets …“ haben Fraunhofer Umsicht und die EnviroChemie GmbH aus Roßdorf bei Darmstadt namhafte Experten aus Industrie und Forschung eingeladen, um über die künftige Wasserversorgung zu diskutieren. Sie betrachten detailliert verschiedene (Ab-)Wasserströme, etwa aus der Milchindustrie, und informieren über die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung. In den zwei Sessions „Industrielle (Ab-)Wasserströme produzierendes Gewerbe“ und „Kommunales Abwasser – Sektorenkopplung Energie-Abwasser-Nahrung“ erfahren die Besucher der Veranstaltung mehr darüber, wie das qualitätsgesteuerte Recycling von Abwasser- und Prozesswasserströmen in der Industrie und den Städten optimiert werden kann.

Des Weiteren werden Antworten gegeben auf die Fragen: Welche Potenziale birgt Abwasserrecycling in Industrieparks? Gibt es erfolgreiche Prozesse aus anderen Branchen, die adaptierbar sind? Hier wird zum Beispiel Einblick in den Fortschritt der Digitalisierung in der Stahlindustrie gewährt und die Übertragbarkeit auf den Wassersektor betrachtet. Moderiert werden die Sessions von Prof. Markus Engelhart von der TU Darmstadt sowie von Prof. Jörg Londong, Bauhaus-Universität Weimar.

Hemmnisse überwinden

Die Nutzung von Abwasser beziehungsweise gebrauchtem Wasser ist häufig mit Vorbehalten verbunden. „water meets … Future“ thematisiert Lösungsvorschläge zu deren Überwindung. Dazu gibt es Beispiele aus der Praxis: etwa die von Fraunhofer Umsicht mitentwickelte „Roof Water-Farm“, die gebäudeintegriertes Brauchwasserrecycling mit urbaner Nahrungsmittelproduktion kombiniert.

Aber es geht in der Veranstaltung nicht nur um den Status quo. Die Beteiligten blicken in die Zukunft und auf die künftige Verfügbarkeit von Wasser für die Gesellschaft. Der Politikwissenschaftler Prof. Claus Leggewie hinterfragt abschließend, ob und unter welchen Voraussetzungen Wasser ein Allgemeingut bleibt. Auch für den Erfahrungsaustausch mit den Gästen wird es ausreichend Gelegenheit geben.

Die praxisorientierte Tagung „water meets … Future“ findet am 14. März 2019 ab 10 Uhr bei Fraunhofer Umsicht in Oberhausen statt. Weitere Informationen und Anmeldung (bis 7. März 2019), Early-Bird-Tarif bis zum 31. Januar 2019.

Quelle: Fraunhofer Umsicht