Zum ersten Januar wird die Lkw-Maut um bis zu 60 Prozent erhöht

1247
Foto: Pixabay

Aus Anlass der Veröffentlichung des „Gesetzes zur Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes“ im Bundesgesetzblatt weist der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. auf mögliche Auswirkungen hin.

Nach der viele Transportunternehmen und Speditionen betreffenden Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen zum 1 Juli 2018 tritt zum 1. Januar 2019 eine weitere kostenwirksame Änderung der Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen und Autobahnen in Kraft. Neben einer (wegen der Mautausweitung) höheren Infrastrukturmaut werden den Lkw auch sogenannte externe Kosten – Luftverschmutzungskosten und erstmals auch Lärmkosten – in Rechnung gestellt. Diese Lärmkosten sind für alle Lkw gleich hoch ­– eine Differenzierung, nach der leisere Lkw bevorzugt würden, findet nicht statt. Durch Anhebung aller Mautsätze für schwere Lkw rechnet der Bund bis 2022 mit Mehreinnahmen in Höhe von insgesamt 4,16 Milliarden Euro, also über einer Milliarde Euro mehr pro Jahr.

„Luftverschmutzungskosten“ für Euro VI-Fahrzeuge

Die höheren Mautsätze treffen Fahrzeuge aller Emissionsklassen. Extreme Mautsatzsteigerungen erfahren allerdings ausgerechnet Transportunternehmer, die in jüngerer Zeit in die emissionsärmsten Fahrzeuge investiert haben. Da auch für Euro VI-Fahrzeuge erstmals ab Beginn kommenden Jahres sogenannte Luftverschmutzungskosten erhoben werden, sind die Mautsatzsteigerungen hier besonders hoch. So werden die 5-Achs-Kombinationen der saubersten Emissionsklasse Euro VI, mit denen inzwischen 60 Prozent aller Mautkilometer auf deutschen Straßen zurückgelegt werden, um fast 40 Prozent höher belastet. Noch härter trifft es die Euro VI 4-Achs-Kombinationen, mit denen Volumengüter (z. B. Möbel, Solarpaneele, Zulieferteile für die Automobilindustrie) transportiert werden: Deren Mautsätze steigen um nahezu 60 Prozent.

Quelle: Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL)