IKB: Aluminium – unverändert sind die Aussichten auf Wachstum ausgerichtet

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Molok Classic aluminium container (Source: Molok)

Die weltweite Primäraluminiumproduktion lag Ende Oktober 2018 um knapp ein Prozent über Vorjahresniveau. Die IKB  Deutsche Industriebank erwartet in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information für 2018 eine Erzeugung von rund 64 Millionen Tonnen sowie weitere elf Millionen Tonnen Recyclingaluminium.

China hat die etwas geringere Produktion infolge von Abschaltungen im ersten Quartal aufgeholt. Im übrigen Asien erfolgte ein kräftiger Anstieg (+10 %). In Europa war eine weitgehend stabile Produktion zu beobachten, in Nordamerika gab sie um fünf Prozent nach. Die Produktion in den Golfstaaten zog weiter an (+4 %). Unverändert sind die Aussichten in allen relevanten Abnehmerbereichen weiter auf Wachstum ausgerichtet: Impulse vom Leichtbau in der Automobilindustrie sorgen für volle Auftragsbücher. Auch die Luftfahrtindustrie und die Baubranche in Kontinentaleuropa sichern weiterhin einen hohen Absatz.

Die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME haben sich zuletzt seitwärts bewegt: Diese liegen nun bei 1,05 Millionen Tonnen. An der SHFE gaben die Bestände kräftig auf rund 731.000 Tonnen nach. In den Lagern der Comex dagegen befinden sich nur gut 6.400 Tonnen. Damit ist eine gute Versorgung gegeben. Die LME-Bestände an Recyclinglegierungen machen lediglich 12.560 Tonnen aus. Die Vorräte entsprechen dem Gesamtverbrauch (Primär- und Recyclingaluminium) von neun Tagen. Ein weiterer Ausbau der Kapazitäten für Recyclingaluminium sichert die langfristige Versorgung.

Hohe Volatilität im Jahresverlauf

Im Verlauf des Jahres 2019 erwartet IKB einen weiteren Lagerabbau bei Primäraluminium. Die US-Zölle auf Aluminiumeinfuhren haben das dortige Inlandspreisniveau nachhaltig erhöht, da in amerikanischen Lagerhäusern nur geringe Vorräte lagern. Die Primäraluminiumpreise verzeichneten im Jahresverlauf eine hohe Volatilität: Die angekündigten US-Sanktionen gegenüber dem russischen Produzenten Rusal führten zunächst zu einem Preissprung. Nach deren Aussetzung bis zum 12. Dezember 2018 gaben diese kräftig nach. Ein Angebotsdefizit dürfte 2019 zu höheren Preisen führen. Die investive Nachfrage reduzierte sich: Die Zahl der Handelskontrakte sank im Verlauf des November um 20 Prozent. Bis Ende März 2019 wird eine Preisbewegung für Primäraluminium um die Marke von 2.100 US-Dollar je Tonne in einem Band von +300 US-Dollar je Tonne erwartet. Greifen die Sanktionen gegen Rusal, dürften die Preise um 200 bis 300 US-Dollar pro Tonne anziehen. Die Notierung von Recyclingaluminium an der LME dürfte sich dagegen um rund 600 US-Dollar je Tonne unter diesen Werten bewegen. In der zweiten Jahreshälfte 2019 werden höhere Notierungen gesehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG