280.000 Euro: Abwasser-Innovationspreis für vorbildliche Abwasseranlagen

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Kläranlage (Foto: ©Dieter Schütz /http://www.pixelio.de)

München — Kläranlagen können neben dem Schutz der Gewässer auch einen wichtigen Beitrag für den Ressourcen- und Klimaschutz leisten. Auch um die Energieeffizienz bei der Abwasserbeseitigung weiter zu steigern, zeichnet der Freistaat innovative Projekte aus.

Das betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf anlässlich der Verleihung des „Abwasser-Innovationspreises 2014“ in München: „Abwasser ist bares Geld. Abwasser ist eine Wärme- und Energiequelle, die künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Wer effizient arbeitet und Energie spart, kann gleichzeitig die Bevölkerung entlasten. Unser Ziel ist es, zukunftsweisende Technologien und innovative Ideen in die Fläche zu bringen. High-Tech-Kläranlagen reinigen nicht nur nach höchsten Umweltstandards. Sie vereinen den Schutz unserer Gewässer mit den Herausforderungen von Energiewende und Klimaschutz.“

Mit der Preisverleihung ist eine Zusage für eine finanzielle Förderung der Projekte durch das Bayerische Umweltministerium verbunden.1 In diesem Jahr hat das Umweltministerium den „Abwasser-Innovationspreis“ an die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg sowie die VG Betzenstein/Landkreis Bayreuth verliehen. In Nürnberg wird ein Regenrückhaltebecken umgebaut. Ziel ist eine qualitativ hochwertige Reinigung von belastetem Regenwasser aus dem städtischen Bereich. Insbesondere sollen damit Nährstoffe, vor allem Phosphor, ausgefiltert werden. In einem bayernweit einzigartigen Verfahren wird dazu die Regenwasserbehandlung (Sedimentation) in das Regenrückhaltebecken integriert. Dafür stellt der Freistaat rund 250.000 Euro zur Verfügung.

Im Landkreis Bayreuth wird ein innovatives Verfahren zur Energiegewinnung aus gereinigtem Abwasser und Regenwasser umgesetzt. Durch den Umbau des vorhandenen Schönungsteichs wird der Ablauf der Kläranlage zwischengespeichert und über eine Turbine Strom erzeugt. In einem zweiten Schritt ist die energetische Nutzung der Entlastungswassermengen der Regenbecken geplant. Die VG Betzenstein erhält dafür 30.000 Euro vom Bayerischen Umweltministerium.

Durch innovative und moderne Abwasseranlagen wurden zwischen 2008 und 2010 bereits elf Prozent der Energie eingespart und zwölf Prozent mehr eigene Energie produziert. Rund 2.600 kommunale Kläranlagen in Bayern reinigen im Jahr mehr als 1,5 Milliarden Kubikmeter Abwasser. Dafür haben die Kommunen in den vergangenen 60 Jahren rund 34 Milliarden in ihre Abwasserentsorgung investiert. Der Freistaat gewährte in diesem Zeitraum Fördermittel in Höhe von 8,8 Milliarden Euro. Derzeit sind rund 97 Prozent der Einwohner Bayerns an kommunale Kläranlagen angeschlossen. Rund drei Prozent der Einwohner reinigen ihr Abwasser in Kleinkläranlagen. Der Freistaat fördert auch den Bau von Kleinkläranlagen seit 2003 mit 176 Millionen Euro.

Quelle: Staatsministerium ür Umwelt und Verbraucherschutz