Expertentreffen: Metallrecycling nur über internationale Kooperationen lösbar

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Eine der größten Herausforderungen des Metallrecycling ist es, die Metallarten und deren Konzentrationen zu erkennen (Foto: IWARU, FH Münster)

Münster — Die zunehmende Verbreitung moderner Technologien, auch in Entwicklungs- und Schwellenländern, werden den weltweiten Bedarf an Metallen immer mehr in die Höhe schnellen lassen. Daher wird Metallrecycling immer wichtiger. „Die Herausforderungen beim Metallrecycling können nur über internationale Kooperationen gelöst werden“, sagt Prof. Dr. Sabine Flamme vom IWARU der Fachhochschule Münster. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Gotthard Walter diskutierte sie nun an der renommierten Yale University in New Haven mit internationalen Experten über dieses Thema. Ziel des Workshops mit Unternehmens- und Hochschulvertretern aus fünf Nationen war es, sich über das Thema Metallrecycling auszutauschen und künftige Kooperationsprojekte anzubahnen.

Im Fokus der Diskussionen stand die Steigerung der Ressourceneffizienz von Metallen. Da gerade die Rohstoffgewinnung mit erheblichen Treibhausgasemissionen verbunden ist, wird die Wiederverwertung von Metallen aus Abfallströmen zukünftig sehr bedeutend für die Rohstoffversorgung sein. Besonders schwierig sei die Rückgewinnung bei komplexen Produkten wie etwa Smartphones, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen, sagt Gotthard Walter. Dort seien auf kleinstem Raum bis zu 40 verschiedene Metalle verbaut – von Kupfer und Zinn bis zu besonders werthaltigem Gold, Silber und Palladium. „Wir arbeiten momentan daran, ein System zu entwickeln, das unterschiedliche Metallkonzentrationen erkennt und dadurch eine effizientere Aufbereitung ermöglicht“, erläutert der Ingenieur.

Ein Ziel der USA-Reise war es, Kooperationspartner für dieses aktuelle Forschungsvorhaben zu finden und einen gemeinsamen Projektantrag vorzubereiten. „Es haben sich viele Anknüpfungspunkte ergeben, die wir in den nächsten Wochen und Monaten konkretisieren werden“, zieht Flamme ein positives Fazit ihres Aufenthaltes an der Yale University. Ein erster Ansatz sei der bilaterale Austausch von Studierenden und Doktoranden.

Quelle: Institut für Wasser-Ressourcen-Umwelt (IWARU), Fachhochschule Münster