Holzverbände: Altholz gehört weder in Kamine noch in Öfen

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Foto: O. Kürth/Recyclingportal.eu

Berlin — Bei steigenden Wärmekosten stellt Heizen mit Holz eine günstige Alternative zu Erdgas und Heizöl dar. Außerdem gilt Holz beim Verbrennen als klimaneutral, setzt es doch nur die Menge an Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre frei, die es beim Wachstum gespeichert hat. Allerdings dürfen in privaten Öfen und Kaminen nur bestimmte Holzqualitäten verbrannt werden. Das schreibt die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen, die 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung (BImSchV) vor.

Zunehmend stellen Schornsteinfegern und Ordnungsämtern fest, dass in privaten Kaminen und Öfen auch Altholz verbrannt wird. In einer Studie der Universität Hamburg kommt Prof. Udo Mantau1 zu dem Ergebnis, dass in privaten Haushalten über 3 Millionen Raummeter Altholz pro Jahr verfeuert werden. Das Risiko ist hoch, dass hierbei Schadstoffe entstehen, die die Nachbarschaft belästigen und die Umwelt belasten. Dabei ist der Einsatz von Abfallholz in privaten Öfen, Kaminen und Holzheizkesseln verboten. Darauf weisen der Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter e.V. (BAV), der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) sowie der Bundesverband Brennholzhandel und -produktion e.V. (BuVBB) hin.

Private Öfen sind keine Abfallverbrennungsanlagen

Unter Altholz werden Gebrauchsgegenstände aus Holz verstanden, die ihren eigentlichen Zweck verloren haben. Dazu zählen insbesondere Bau- und Abbruchholz, Möbel und Holz aus dem Sperrmüll, Gartenelemente und Gartenmöbel aus Holz sowie Holzwerkstoffe wie Span-, MDF-, OSB-Platten usw.

Altholz kann auf vielfache Weise mit Schadstoffen belastet sein. Anstriche enthalten unter anderem Schwermetalle. Darüber hinaus sind viele Sortimente mit Holzschutzmitteln wie Lindan, PCP oder Carbolineum verunreinigt. Für Privatleute sind Schadstoffe im Altholz jedoch in der Regel schwer oder nicht erkennbar, speziell bei Dachbalken und Sparren, wo meist geruchs- und farblose Mittel eingesetzt wurden.

Uwe Groll, erster Vorsitzender des Bundesverbandes der Altholzaufbereiter und -verwerter: „Unsere Mitgliedsbetriebe bieten flächendeckend Biomassekraftwerke als umweltfreundliche Verwertungsoptionen für Altholz an. Der Großteil der Biomassekraftwerke verfügt über Rauchgasreinigungsanlagen, die denen der Müllverbrennungsanlagen vergleichbar sind.“ Da Hausfeuerungen über keinerlei technische Schadstoff-Rückhaltemöglichkeiten verfügten, gelangten Schadstoffe wie Schwermetalle oder Dioxine bei unzulässigem Brennstoffeinsatz ungehindert in die Atmosphäre. In Aschen aus Altholz reicherten sich Schadstoffe sogar so stark an, dass sie auf Deponien entsorgt werden müssten. Groll: „Private Öfen dürfen daher nicht als Abfallverbrennungsanlagen missbraucht werden!“

Kein Altholz für Pellets oder Briketts

Klaus Egly, Vorsitzender des Bundesverbandes Brennholzhandel und -produktion, betont, die Qualität des Holzes sei entscheidend für eine umweltfreundliche Wärmeerzeugung: „Feuchtes Holz ist in der Verbrennung schädlich und unwirtschaftlich obendrein.“ Daher darf trockenes Holz nach den gesetzlichen Bestimmungen der 1. BImSchV lediglich in Form von

  • naturbelassenem stückigem Holz, insbesondere in Form von Scheitholz, Hackschnitzeln, Reisig und Zapfen;
  • naturbelassenem nicht stückigem Holz, insbesondere in Form von Sägemehl, Spänen und Schleifstaub, sowie
  • Presslingen aus naturbelassenem Holz in Form von Holzpellets oder Holzbriketts verfeuert werden.

Jens Dörschel, Fachreferent beim Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV), verweist darauf, dass die Produktionsnormen für Holzpellets und Holzbriketts den Einsatz von Altholz ausschließen. „Beim verwendeten Rohmaterial handelt es sich ausschließlich um Sägemehl und Sägespäne und um getrocknetes Waldholz, das bei der Durchforstung der Wälder anfällt.“ Laut Dörschel ist in automatisch beschickten Kesseln und Kaminöfen ein Missbrauch mit unzulässigen Brennstoffen nicht möglich. Dadurch werde ein ausgezeichnetes Emissionsverhalten gewährleistet.

Altholzverbrennung ist nachweisbar

Die Verbrennung von Altholz hinterlässt „Fingerabdrücke“. In den Rostaschen sammeln sich Nägel, Beschläge, Farbpartikel oder unverbrannte Kunststoffteile. Meistens sind Nachbarschaftsbeschwerden der Auslöser für Überprüfungen durch die örtlichen Ordnungsämter. Stellen erfahrene Anlagenüberwacher bei der visuellen Prüfung der Reststoffe Unregelmäßigkeiten fest, können chemische Analysen an Aschen und Stäuben schnell und eindeutig Gewissheit verschaffen, ob Altholz verbrannt worden ist. Verstöße gelten als Ordnungswidrigkeit und können mit Bußgeldern geahndet werden.

Quelle: BAV – Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter e.V., Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) und Bundesverband Brennholzhandel und -produktion e.V. (BuVBB)