Bleirecycling in Afrika: Öko-Institut ruft zur Spendenaktion auf

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Bleibarren-Transport (Foto: Öko-Institut)

Freiburg — In vielen Ländern Afrikas werden ausgediente Autobatterien in Anlagen ohne jegliche Schutzmaßnahmen recycelt. Die Arbeiter und die umliegende Wohnbevölkerung sind dabei oft unverantwortlich hohen Bleibelastungen ausgesetzt, die schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen und teilweise bis zum Tod führen können. Mit Hilfe von Spendengeldern möchte das Öko-Institut zusammen mit Umweltgruppen und Wissenschaftlern aus mehreren afrikanischen Ländern das Thema gezielt aufgreifen, um diese untragbare Situation zu verbessern.

Bleirecycling ist ein Problemfeld in afrikanischen Ländern, doch besonders dramatisch ist dieses Problem beim Recycling von Autobatterien. Bei einem schnell steigenden Verkehrsaufkommen fallen in afrikanischen Ländern große Mengen an Altbatterien an. Diese werden unter katastrophalen Bedingungen recycelt:

  • Die Säure wird unkontrolliert abgegossen und das Blei ohne jegliche Schutzmaßnahmen eingeschmolzen.
  • Die betroffenen Arbeiter und Anwohner sind extremen Bleibelastungen ausgesetzt, die schon nach wenigen Monaten zum Tod führen können.

Nach Recherchen des Öko-Instituts existieren in Afrika südlich der Sahara mindestens 30 solcher Bleihütten – Tendenz steigend. Eine kritische Gegenöffentlichkeit existiert derzeit nicht, denn das Recycling findet meist hinter hohen Mauern statt – Experten und Journalisten erhalten keinen Zugang. Die Umweltzivilgesellschaft verfügt meist nicht über die nötigen Mittel und entsprechendes Fachwissen.

„Es gibt eine starke Umweltzivilgesellschaft in Afrika, doch die Aktivistinnen und Aktivisten haben es meist schwer, sich im Spannungsfeld zwischen Armut und einer rasanten wirtschaftlichen Entwicklung zu behaupten“, erklärt Andreas Manhart, Leiter des Spendenprojektes 2014 und fügt hinzu: „In diesem Projekt wollen wir eng mit afrikanischen Kollegen zusammenarbeiten. Die langjährigen Erfahrungen der Partner vor Ort und die technische Expertise im Öko-Institut gehen dabei Hand in Hand“. Das Öko-Institut kann bei dem Vorhaben auf Erfahrungen und Kontakte aus früheren Recyclingprojekten in Ghana, Nigeria und Äthiopien zurückgreifen. „Die bereits bestehenden Kontakte sind uns äußerst hilfreich, denn die direkte Kooperation mit Umweltgruppen in ausgewählten Ländern ist ein Kernstück bei der Umsetzung des Spendenprojektes“, betont Manhart.

Ziel des Projekts ist es, dem Thema vor Ort und international zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen und Lösungen anzustoßen. Dafür sollen Spendengelder direkt an Umweltaktivisten vor Ort weitergegeben werden, um ihnen nötige Recherchen, Analysen und Öffentlichkeitsarbeit zu ermöglichen. Darüber hinaus stellen die Expertinnen und Experten des Öko-Instituts Fachinformationen und Handreichungen in englischer und französischer Sprache zusammen. Sie informieren über Risiken und Folgen des unsachgemäßen Umgangs mit Blei, zeigen Lösungsansätze zum umweltgerechten Recyceln von Bleibatterien und zum Gesundheitsschutz und klären über internationale rechtliche Regelungen auf

Link zum Spendenformular und weitere Informationen zum Spendenprojekt 2014 sind auf der Informationsseite des Öko-Instituts zu finden.

Quelle: Öko-Institut