Beliebt und mässig umweltbelastend: Feuerwerkskörper

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Feuerwerk (Foto: ©Birgit-Winter /http://www.pixelio.de)

Bern, Schweiz — Der Abbrand von Feuerwerk erfreut sich im In- und Ausland grosser Beliebtheit. Der jährliche Verbrauch in der Schweiz unterliegt grösseren Schwankungen, im Durchschnitt der letzten fünf Jahre beträgt er 2000 t. Von dieser Menge entfallen ca. 500 t auf pyrotechnische Chemikalien. Die Beurteilung der Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen bei deren Abbrand ergibt, dass die Exposition des Menschen gegenüber dem gebildeten Feinstaub im Vordergrund steht.

Im Jahr 2013 betrug der Verbrauch von Feuerwerkskörpern in der Schweiz 2330 t (Hüllen und pyrotechnische Sätze). Im Durchschnitt der Jahre 2009–2013 errechnet er sich auf ca. 2000 t/a. Ca. 80 Prozent der im Jahr 2013 verbrauchten Feuerwerkskörper wurden importiert. Rund 92 Prozent der Importe stammten aus China. Die Schweizer Produktion betrug ca. 600 t; ausgeführt wurden 100 t Feuerwerkskörper. Nach Schätzungen der Branche (vor zehn Jahren) werden im Endverkauf mit Feuerwerk um 20 Mio. CHF (16,6 Millionen €) umgesetzt.

Beim Abbrand von jährlich 500 t pyrotechnischen Sätzen entstehen konservativ geschätzt um 360 t Feinstaub PM10. Zum Vergleich werden in der Schweiz heute rund 19.000 t/a PM10 emittiert. Somit haben Feuerwerke daran einen Anteil von maximal 2 Prozent.

Die mit Feuerwerkspartikeln freigesetzte Metallmenge ist schwierig abzuschätzen, sie dürfte um 100 t/a betragen. Der mit Abstand bedeutendste Anteil entfällt auf Kalium.Hohe Emissionen steuern weiter Aluminium, Barium und Magnesium bei. Verfügbare Angaben aus der Literatur zur Zusammensetzung von pyrotechnischen Sätzen sowie Immissionsmessungen zeigen, dass mit dem Abbrand von Feuerwerkskörpern keine wesentlichen Emissionen kanzerogener oder andersweitig problematischer Metalle verbunden sind.

Weiter setzen Feuerwerke relativ kleine Mengen an Schwefelwasserstoff und Methan sowie Schwefeldioxid frei. Die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (Nichtmethan-VOC) einschliesslich der Aromaten können nicht beziffert werden, Immissionsmessungen legen nahe, dass sie im Vergleich zu den Gesamtemissionen klein sind. Immissionsmessungen in China, den USA und in Deutschland haben zudem gezeigt, dass das in pyrotechnischen Sätzen als Oxidationsmittel enthaltene Perchlorat beim Abbrand nicht vollständig reduziert wird.

Schliesslich übersteht ein Grossteil der 1500 t Feuerwerkshüllen den Abbrand der Feuerwerkskörper „unversehrt“. Soweit diese Rückstände bei der Reinigung von Strassen, Plätzen und Trottoirs erfasst werden, gelangen sie mit dem Siedlungsabfall zur Verbrennung.

Weitere Details sind der Studie „Feuerwerkskörper – Umweltauswirkungen und Sicherheitsaspekte“ zu entnehmen.

Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU