IKB: Anstieg bei Silber- und Platin-Recycling, Gold-Recycling gesunken

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Edelmetalle (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Die Goldnachfrage war im dritten Quartal 2014 rückläufig: Sie sank nach einem starken Einbruch im Vorquartal erneut um 2 Prozent. Im Jahresvergleich reduzierte sich sowohl die Schmucknachfrage (-4 Prozent) wie auch die industrielle Nachfrage (-5 Prozent). Die geopolitischen Krisenherde kamen der investiven Nachfrage nicht zugute, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer Rohstoffpreis-Information.

Der Abbau der Nettopositionen bei ETF-Produkten (Exchange Traded Funds) setzte sich fort, soll jedoch am aktuellen Rand wieder leicht zugenommen haben. Russland kaufte in erheblichem Umfang eigene Minenproduktion auf. Angebotsseitig erhöhte sich die Minenproduktion (+1 Prozent), während das Goldrecycling um ein Viertel geringer ausfiel. Der Goldpreis dürfte sich in den nächsten drei Monaten weiter um 1.250 US-$/oz. mit einer Bandbreite von 200 US-$ bewegen.

Nach einer kräftigen Zunahme der Silbernachfrage 2013 wird im laufenden Jahr ein Rückgang von 1 Prozent erwartet. Industrie- (+6 Prozent) und Schmucknachfrage (+3 Prozent) entwickeln sich positiv; diejenige aus der Fotoindustrie sowie die physische Investmentnachfrage (-4 Prozent) sinkt jedoch. Zuletzt wurden aber die Silber-ETF’s wieder etwas aufgestockt. Das Minenangebot dürfte 2014 einen Zuwachs von 2 Prozent verzeichnen, das Silberrecycling ebenfalls um rund 2 Prozent ansteigen. Trotzdem ist nach dem Angebotsdefizit des Vorjahres 2014 erneut ein Defizit von bis zu 30 Mio. Unzen vorherzusehen. Dies hat aber keinen nennenswerten Effekt auf die Preise. Die IKB erwartet bis Jahresende 2014 eine Preisbewegung um rund 17 US-$/oz. mit einem Band von 3 US-$.

Für 2014 ist von einem Anstieg der physischen Platinnachfrage (Katalysator und Industrie) von gut 4 Prozent und einem Einbruch der investiven Nachfrage auszugehen. Infolge von streikbedingten Produktionsausfällen in südafrikanischen Minen und geringerer russischer Erzeugung sinkt die Minenproduktion und wird nur teilweise durch höheres Recycling kompensiert. Es kommt zu einem Angebotsdefizit. Bei Palladium steigt die physische Nachfrage um 2 Prozent, während die investive Nachfrage kräftig zunimmt. Auch hier führt die geringere Minenproduktion in Südafrika zu einem hohen Angebotsdefizit. Allerdings driften die Preise auseinander. Die IKB erwartet für den Platinpreis bis Ende des ersten Quartal 2015 eine Bewegung um 1.300 US-$/oz. in einem Band von 250 US-$. Für Palladium ist bei einem Angebotsdefizit von rund 1,6 Mio. Unzen von einer Bewegung um 800 US-$/oz. (+150 US-$) auszugehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank