IKB: Sekundärkupfer-Produktion um 10 Prozent gestiegen

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Kupferschrott (Foto: Aurubis AG)

Düsseldorf — Bis Ende August 2014 stieg die Kupferminenproduktion nur um rund 3 Prozent. Infolge einer Ausweitung der Kapazitäten um 0,6 Mio. t lag die Auslastung der Minen bei rund 83 Prozent. Die weltweite Primärraffinadeproduktion wuchs um  7 Prozent, diejenige von Sekundärkupfer um 10 Prozent. Das meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer Rohstoffpreis-Information.

Der globale Verbrauch erhöhte sich um 12 Prozent. Grund war primär die um 21 Prozent höhere Nachfrage aus China. Ohne China betrug der Verbrauchsanstieg 5,5 Prozent, in der EU lag er bei 11 Prozent. Nachdem 2013 die weltweite Raffinadeproduktion 21 Mio. t betragen hat, wird diese 2014 auf 22 Mio. t anziehen; davon dürften rund 4 Mio. t aus dem Recycling kommen. Es zeichnet sich jetzt nach 2013 ein erneutes Angebotsdefizit ab, welches in der Größenordnung des Vorjahres (270.000 t) liegen könnte.

Die Kupfervorräte an der LME haben sich seit Jahresbeginn mehr als halbiert. Zuletzt lagen diese um 162.000 t. Die Lagerbestände an der SHFE zeigen eine weitgehend analoge Entwicklung und betragen nur noch 88.000 t. Damit haben sich auch diese halbiert. Die Bestände der COMEX liegen derzeit bei etwa 28.000 t. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen nur noch für den Bedarf von rund 4,5 Tagen. Allerdings hat sich mittlerweile die Minenproduktion wieder normalisiert. Zudem exportiert Indonesien wieder Kupfererze. Daher sollte sich die Versorgungslage in den nächsten Monaten weiter entspannen.

Der Kupferpreis hat sich im November 2014 tendenziell nach unten bewegt. Die investiven Nachfrager zogen sich wieder stärker zurück: Die Zahl der Handelskontrakte liegt nur leicht über dem Niveau vom Jahresende 2013. Die physische Nachfrage ist dagegen unverändert stabil. Sie wird primär aus der ITK-Branche, der Energietechnik und der Automobilindustrie gestützt. Mittelfristig sollten auch leichte Impulse aus der globalen Baukonjunktur kommen. Die Erweiterung der Kupferminenkapazitäten führt zwar derzeit zu höheren Gestehungskosten je t Kupfer, begrenzt jedoch temporär das Preisanstiegspotenzial. Bis Ende des ersten Quartals 2015 sieht die IKB weiter ein Preisniveau von 6.600 US-$/t mit einem Band von 400 US-$ je t um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank